GPAI · Art. 51-55 · Code of Practice

General-Purpose AI. Was Anbieter und Betreiber tun müssen.

Foundation-Modelle von OpenAI, Anthropic, Google, Meta, Mistral und Cohere unter der KI-Verordnung — Basis-Pflichten, systemische Risikoschwelle, Code of Practice und was Betreiber verifizieren müssen.

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GPAI-Pflichten gelten seit 2. August 2025 · Code of Practice Mitte 2026 erwartet · Strafen bis 15 Mio. € / 3 % (Art. 101)

Zwei Stufen

Basis vs systemisches Risiko.

Basis-GPAI

Art. 53

Alle GPAI-Modelle im EU-Markt

  • Modellkarte mit Zweck und Limitationen
  • Detaillierte Trainingsdaten-Zusammenfassung
  • EU-Copyright-Richtlinie nach Art. 4(3) Opt-Out
  • Dokumentation für nachgelagerte Integratoren
  • EU-Vertreter benennen (bei Sitz außerhalb EU)

Systemisch riskante GPAI

Art. 55

GPAI über 10^25 FLOPs ODER von Kommission designiert

  • Modellevaluierung inkl. adversariales Testen
  • Systemische Risikobewertung und Mitigation
  • Vorfallsdokumentation und -meldung an AI Office
  • Angemessene Cybersicherheit für Modell und Infrastruktur
  • Kooperation mit AI Office bei Red Teaming

Zeitplan

Wann welche Pflicht gilt.

2. Aug 2024KI-Verordnung tritt in Kraft
2. Feb 2025Verbotene Praktiken + KI-Kompetenzpflicht gelten
2. Aug 2025GPAI-Pflichten nach Art. 51-55 für neue Modelle
Mitte 2026Finale Fassung des GPAI Code of Practice erwartet
2. Aug 2026Hochrisiko-Pflichten gelten (Art. 6, Art. 8-22)
2. Aug 2027GPAI-Modelle vor Aug 2025 müssen konform sein

Wichtigste Anbieter

Die GPAI-Landschaft 2026.

Stand 2026. Einstufungen und Code-of-Practice-Unterzeichnungen ändern sich schnell.

OpenAI

GPT-4-Familie, o-Serie

Systemisch riskant wahrscheinlich. EU-Vertreter über Dublin-Einheit.

Anthropic

Claude-Familie

Systemisch riskant für größte Claude-Modelle. EU-Präsenz aufgebaut.

Google

Gemini-Familie

Systemisch riskant für größte Modelle. Interne Google-AI-Safety-Teams.

Meta

Llama (Open Weights)

Sonderfall — offene Gewichte. Code-of-Practice-Verhandlungen laufen.

Mistral

Mistral Large, Le Chat

EU-Sitz. Basis-GPAI-Pflichten gelten direkt.

Cohere

Command-Familie

Basis-GPAI. Enterprise-Fokus, transparenzfreundlich.

Für Betreiber

Sechs Pflichten für Betreiber.

Wer GPAI in Produkten oder Operations einsetzt, erbt Pflichten.

01Art.-53-Dokumentation verifizieren (Modellkarte, Trainingsdaten, Copyright-Richtlinie) und Kopien archivieren
02Bei systemisch riskanter GPAI: Art.-55-Vorfallsberichte und Risikobewertungen anfordern
03Eigenen Use Case in AI BOM und AIMS dokumentieren
04Bei Hochrisiko-Anwendungen: eigene AI-Act-Konformitätsbewertung mit GPAI-Doku als Stütze
05Menschliche Aufsicht für GPAI-Outputs mit hohem Einsatz operationalisieren
06GPAI-Anbieter-Änderungen (Modellversion, Trainingsdaten) als wesentliche Änderung tracken

Wie Matproof hilft

GPAI-Compliance, automatisiert.

Matproof trackt alle GPAI-Integrationen (OpenAI, Anthropic, Azure OpenAI, Mistral usw.), zieht und archiviert Art.-53-Dokumentation, überwacht wesentliche Änderungen und verbindet GPAI-Nutzung mit Ihrem AIMS für nachgelagerte Konformitätsbewertung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist General-Purpose AI (GPAI) nach der KI-Verordnung?+

Ein KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck ist ein Modell mit erheblicher Allgemeinheit, das eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben ausführen und in verschiedene nachgelagerte Systeme integriert werden kann (Art. 3(63) KI-Verordnung). In der Praxis umfasst das alle großen Foundation-Modelle: GPT-4, Claude, Gemini, Llama, Mistral, Cohere und vergleichbare große Sprach- und Multimodal-Modelle. Die Verordnung unterscheidet (a) Basis-GPAI-Pflichten nach Art. 53 (Modellkarte, Trainingsdaten-Zusammenfassung, Copyright-Richtlinie, EU-Erklärung) und (b) GPAI mit systemischem Risiko nach Art. 55 (zusätzliche Modellevaluierung, adversariales Testen, Vorfallsmeldung, Cybersicherheit).

Wann gilt GPAI als „systemisches Risiko“?+

Zwei Wege. (1) Quantitative Schwelle (Art. 51(2)): Ein GPAI-Modell wird als systemisch riskant vermutet, wenn die kumulative Trainingsrechenleistung 10^25 Gleitkommaoperationen (FLOPs) übersteigt. Stand 2026 überschreiten nur die größten Modelle diese Schwelle — GPT-4-Klasse und höher. (2) Qualitative Einstufung (Art. 51(1)(a)): Die Kommission kann GPAI auch unterhalb der FLOP-Schwelle als systemisch riskant einstufen, basierend auf Auswirkungen auf den EU-Markt. Die Liste eingestufter systemisch riskanter Modelle wird in der EU-KI-Datenbank veröffentlicht.

Welche Pflichten gelten für GPAI-Anbieter?+

Basis-GPAI (Art. 53): Modellkarte veröffentlichen, ausreichend detaillierte Zusammenfassung der Trainingsdaten, EU-Copyright-konforme Richtlinie (insb. Art. 4(3) Opt-Out-Mechanismus), Dokumentation für nachgelagerte Integratoren, EU-Vertreter benennen (bei Sitz außerhalb EU). Systemisch riskante GPAI (Art. 55): zusätzlich Modellevaluierung inkl. adversariales Testen, Bewertung und Mitigation systemischer Risiken, Dokumentation und Meldung schwerwiegender Vorfälle an das AI Office und zuständige Behörden, angemessene Cybersicherheit für Modell und Infrastruktur.

Was ist der GPAI Code of Practice?+

Der Code of Practice (Art. 56 KI-Verordnung) ist ein freiwilliger Selbstregulierungsrahmen, dem GPAI-Anbieter beitreten können, um ihre Compliance mit Art. 53 und 55 nachzuweisen. Vom AI Office in Zusammenarbeit mit Modellanbietern, Zivilgesellschaft und Wissenschaft entwickelt, finale Fassung erwartet Mitte 2026. Beitritt ist freiwillig, schafft aber regulatorische Klarheit — Nicht-Unterzeichner müssen Compliance durch alternative dokumentierte Mittel nachweisen. Große Anbieter (OpenAI, Anthropic, Google, Microsoft, Meta) sind öffentlich am Entwurf beteiligt.

Was bedeuten GPAI-Pflichten für Betreiber (uns als Käufer)?+

Direkte GPAI-Pflichten treffen Modellanbieter, nicht Betreiber. Aber: Betreiber, die GPAI in eigene KI-Systeme einbauen, werden zu Anbietern dieser nachgelagerten Systeme — und erben die AI-Act-Pflichten für diese. Praktisch: (1) Art.-53-Dokumentation des GPAI-Anbieters verifizieren (Modellkarte, Trainingsdaten-Zusammenfassung, Copyright-Richtlinie) und Kopien archivieren, (2) bei systemisch riskanter GPAI Art.-55-Vorfallsberichte und Risikobewertungen anfordern, (3) eigenen Use Case in AI BOM und AIMS dokumentieren, (4) für Hochrisiko-Anwendungen eigene AI-Act-Konformitätsbewertung mit GPAI-Doku als Stütznachweis.

Ab wann gelten GPAI-Pflichten?+

GPAI-Pflichten nach Art. 51-55 gelten ab 2. August 2025 — früher als Hochrisiko-Pflichten (Aug 2026). Modelle, die vor diesem Datum in Verkehr gebracht wurden, haben Zeit bis 2. August 2027 (Art. 111). Das AI Office (innerhalb der EU-Kommission) leitet die Durchsetzung, nationale Behörden kooperieren. Die erste Welle von GPAI-Modellevaluierungen und Code-of-Practice-Verhandlungen läuft jetzt (2025-2026). Strafen für GPAI-Verstöße nach Art. 101: bis zu 15 Mio. € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes.

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