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KI-Dokumentation · Anhang IV · Art. 11

KI-Dokumentation nach Anhang IV. Audit-fest, lebenszyklus-versioniert.

Die neun Pflicht-Abschnitte, AI BOM und Modellkarten, der Dokumentations-Lebenszyklus über zehn Jahre Aufbewahrungspflicht hinaus.

Pflicht für Hochrisiko-KI ab 2. Dezember 2027 · Aufbewahrungspflicht 10 Jahre (Art. 18)

Anhang IV

Die neun Pflicht-Abschnitte.

01

Allgemeine Beschreibung

Zweckbestimmung, Versionen, Hardware-Anforderungen, Nutzer-Interaktion, allgemeine Logik.

02

Detaillierte Beschreibung der Bestandteile

Architektur, Algorithmen, Designentscheidungen, Trainings- und Validierungsdaten, Modellauswahl, Hyperparameter.

03

Überwachung, Funktionsweise, Steuerung

Wie das System funktioniert, erwartete Inputs, gelieferte Outputs, menschliche Aufsichtsmaßnahmen.

04

Risikomanagementsystem

Vollständige Dokumentation nach Art. 9 — identifizierte Risiken, Bewertung, Mitigationsmaßnahmen.

05

Lebenszyklus-Beschreibung

Änderungen, Updates, Re-Training, Versionierung, Decommissioning-Plan.

06

Harmonisierte Normen + Alternativen

Liste angewandter harmonisierter Normen. Bei abweichender Lösung: alternative technische Spezifikationen.

07

EU-Konformitätserklärung

Formelle Erklärung des Anbieters, dass das System den AI-Act-Anforderungen entspricht.

08

Post-Market-Monitoring

Plan und Ergebnisse — Telemetrie, Vorfälle, Performance-Drift, Korrekturmaßnahmen.

09

Update-Dokumentation

Bei wesentlichen Änderungen aktualisierte Anhang-IV-Dokumentation.

Artefakte

Sechs Dokumente, die Sie mindestens brauchen.

AI Bill of Materials (AI BOM)

Vollständige Stückliste: Modelle, Trainingsdaten, Frameworks, Foundation-Models, APIs, Hardware. Analog zur SBOM, aber KI-spezifisch.

Modellkarten (Model Cards)

Pro Modell: Architektur, Zweck, Performance, Limitations, Risiken, Ethik. Brücke zwischen Data Science und Compliance.

Data Sheets

Pro Datensatz: Herkunft, Lizenz, Bias-Charakteristika, Aktualisierungsfrequenz, Repräsentativität.

Trainings-Logs

Reproduzierbare Trainingsläufe: Daten, Code, Hyperparameter, Metriken, Validierung.

Konformitätserklärung

Formelles Dokument mit Signatur der Geschäftsführung, das die AI-Act-Konformität bestätigt.

Gebrauchsanweisung

Für Betreiber: erwartete Inputs, Limitationen, Aufsichtshinweise, Re-Training-Anlässe. Aus Doku abgeleitet.

Lebenszyklus

Von Design bis Decommissioning.

DesignErst-Dokumentation parallel zur Entwicklung. Lückenhafte Doku nach Launch ist die Hauptursache für Audit-Findings.
Pre-LaunchVollständige Anhang-IV-Doku, EU-Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung — vor Inverkehrbringen abgeschlossen.
ProduktivQuartalsweise Review. Bei wesentlichen Änderungen: aktualisierte Doku innerhalb von 30 Tagen.
AufbewahrungWährend gesamter Lebensdauer + 10 Jahre nach Inverkehrbringen (Art. 18). Versionierter Audit-Trail.
DecommissioningGeordneter Rückzug mit Archivierung. Doku bleibt 10 Jahre aufbewahrungspflichtig.

Häufige Lücken

Acht Audit-Killer.

  • 01Trainingsdaten-Herkunft unvollständig (keine Quellen, keine Lizenzen, keine Rechtsgrundlage)
  • 02Foundation-Model-Dependencies fehlen (OpenAI/Anthropic als Black Box behandelt)
  • 03Risikoidentifikation oberflächlich (gleiche generische Risiken für alle Systeme)
  • 04Performance-Metriken nicht reproduzierbar (kein Validation-Set, keine Versionierung)
  • 05Post-Market-Monitoring nur als Plan, ohne tatsächliche Telemetrie
  • 06Versionierung der Dokumentation fehlt (kein Audit-Trail)
  • 07Cross-Linking zwischen Dokumenten unzureichend
  • 08Betreiber-Anweisung nicht aus Doku abgeleitet

Wie Matproof hilft

Dokumentation, die sich selbst pflegt.

Anhang-IV-Vorlagen für alle 9 Pflicht-Abschnitte
AI BOM automatisch über Integrationen (OpenAI, Anthropic, Azure OpenAI, Hugging Face, MLflow, GitHub)
Modellkarten-Generator mit Performance-Tracking
Trainings-Log-Integration über MLflow und Hugging Face
Cross-Linking zwischen Risikomanagementsystem, Modellkarten und Gebrauchsanweisung
Versionierter Audit-Trail mit Stage-Locking vor Konformitätsbewertung
10-Jahres-Aufbewahrung mit Lifecycle-Reminder

FAQ

Häufige Fragen zur KI-Dokumentation

Was ist die technische Dokumentation nach Anhang IV?+

Anhang IV der KI-Verordnung listet die Mindestinhalte der technischen Dokumentation, die Anbieter von Hochrisiko-KI-Systemen erstellen und aktualisieren müssen. Sie dient zwei Zwecken: (1) der Konformitätsbewertung — Behörden und benannte Stellen müssen die Übereinstimmung des Systems mit den AI-Act-Anforderungen prüfen können, (2) der Marktaufsicht — bei Vorfällen und Audits muss die Dokumentation zeigen, wie das System gebaut und geprüft wurde. Anhang IV ist verbindlich für alle Hochrisiko-KI-Systeme — ohne sie keine Konformitätserklärung, keine CE-Kennzeichnung, kein Marktzugang.

Welche neun Abschnitte muss Anhang IV enthalten?+

(1) Allgemeine Beschreibung des KI-Systems — Zweckbestimmung, Versionen, Hardware-Anforderungen, Nutzer-Interaktion. (2) Detaillierte Beschreibung der Bestandteile — Architektur, Algorithmen, Designentscheidungen, Trainings- und Validierungsdaten. (3) Beschreibung der Überwachung, Funktionsweise und Steuerung — wie das System funktioniert, welche Eingaben es erwartet, welche Ausgaben es liefert. (4) Risikomanagementsystem nach Art. 9. (5) Lebenszyklus-Beschreibung — Änderungen, Updates, Re-Training. (6) Liste der harmonisierten Normen + alternative technische Spezifikationen. (7) EU-Konformitätserklärung. (8) Bewertung des Post-Market-Monitoring. (9) Bei nachträglichen Änderungen wesentlicher Aspekte: aktualisierte Dokumentation.

Was ist eine AI Bill of Materials (AI BOM)?+

Eine AI Bill of Materials ist eine vollständige Stückliste aller Komponenten, die ein KI-System ausmachen: Modelle (mit Versionen), Trainingsdaten (mit Quellen und Lizenzen), Software-Bibliotheken (Frameworks, Inferenz-Engines, Vektorstores), Foundation Models und APIs (OpenAI, Anthropic, Azure OpenAI), Hardware-Komponenten und externe Datendienste. Analog zur SBOM (Software Bill of Materials) ist die AI BOM ein zentrales Element der Anhang-IV-Dokumentation und Voraussetzung für effektives Supply-Chain-Risikomanagement nach Art. 25 KI-Verordnung. Matproof's AI BOM aktualisiert sich automatisch über Integrationen.

Was gehört in eine Modellkarte?+

Eine Modellkarte (Model Card) ist die fokussierte Dokumentation eines einzelnen KI-Modells und enthält: (1) Modellbeschreibung — Architektur, Trainingsparadigma, Versionsnummer. (2) Zweckbestimmung — beabsichtigte Nutzung, geeignete und ungeeignete Anwendungsfälle. (3) Trainingsdaten — Herkunft, Größe, Zeitraum, Bias-Charakteristika. (4) Performance-Metriken — Accuracy, Precision, Recall, F1, fairness metrics, Robustheit. (5) Limitierungen — bekannte Schwächen, Edge Cases. (6) Risiken und Mitigationsmaßnahmen. (7) Ethische Überlegungen. (8) Maintenance-Plan. Modellkarten erfüllen wesentliche Teile von Anhang IV Punkt 2 und sind die Brücke zwischen Data Science und Compliance.

Wann muss die Dokumentation aktualisiert werden?+

Bei jeder wesentlichen Änderung des KI-Systems. „Wesentlich“ umfasst: (1) Modell-Retraining mit veränderten Daten, (2) Architekturänderungen, (3) neue Inputmodalitäten, (4) erweiterte Zweckbestimmung, (5) Performance-Veränderungen über vorab definierte Schwellen hinaus, (6) entdeckte neue Risiken, (7) Anschluss neuer Drittanbieter-APIs, (8) Modellgrößenänderungen. Bei Hochrisiko-KI: Dokumentation ist während der gesamten Lebensdauer des Systems plus 10 Jahre nach Inverkehrbringen aufzubewahren (Art. 18). Empfehlung: vierteljährliches Review als Mindeststandard.

Wer darf die Dokumentation einsehen?+

Die vollständige Anhang-IV-Dokumentation ist nicht öffentlich. Einsichtsrechte: (1) Nationale Aufsichtsbehörden — uneingeschränkt auf Anfrage. (2) Benannte Stellen — bei Konformitätsbewertung mit Beteiligung Dritter. (3) Marktüberwachungsbehörden anderer EU-Mitgliedstaaten — über EU-Datenbankregistrierung. (4) Bei berechtigtem Interesse: Gerichte, Strafverfolgungsbehörden. Geschäftsgeheimnisse können geschützt werden — die KI-Verordnung sieht Vertraulichkeitsregeln vor (Art. 78). Auszüge der Dokumentation (insb. Modellkarten, Limitierungen) fließen in die Gebrauchsanweisung für Betreiber (Art. 13).

Wo sind die häufigsten Lücken?+

(1) Trainingsdaten-Herkunft unvollständig — keine Quellen-Liste, keine Lizenz-Belege, keine Datenschutz-Rechtsgrundlage. (2) Foundation-Model-Dependencies fehlen — OpenAI/Anthropic als Black Box behandelt. (3) Risikoidentifikation oberflächlich — gleiche generische Risiken für alle Systeme. (4) Performance-Metriken nicht reproduzierbar — kein Validation-Set, keine Versionierung. (5) Post-Market-Monitoring nur als Plan, ohne tatsächliche Telemetrie. (6) Versionierung der Dokumentation fehlt — kein Audit-Trail. (7) Cross-Linking zwischen Dokumenten unzureichend — Risikomanagementsystem nennt nicht die Modellkarten. (8) Betreiber-Anweisung nicht aus Doku abgeleitet.

Loslegen

Anhang IV pflegt sich automatisch.

30-Minuten-Demo. Sehen Sie, wie Matproof AI BOM, Modellkarten und Konformitätserklärung aus einer Quelle erzeugt.