Aufbau eines DORA-konformen ICT-Risikomanagement-Frameworks
Einführung
Im dritten Quartal 2025 hat die BaFin ihre ersten DORA-bezogenen Bußgeld-Mahnungen erlassen. Die Strafe: 450.000 EUR. Die Verletzung: unzureichende ICT-Drittanbieterrisikodokumentation. Hier zeigt sich, wie hoch die Stechen für Unternehmen sein können, wenn sie DORA nicht ernst nehmen. Diese Fallstudie dient als eindringlicher Mahner, dass Compliance keine Frage des Glaubens ist, sondern eine Frage des Erfolgs und der finanziellen Stabilität, insbesondere für die europäische Finanzbranche.
Die Anpassung an die Digital Operational Resilience Act (DORA) ist für europäische Finanzdienstleister von entscheidender Bedeutung. Das Risiko besteht nicht nur in hohen Geldstrafen, sondern auch in Kontrollversagen, Betriebsunterbrechungen und dem Verlust des Ansehens. Die Komplexität der regulatorischen Anforderungen und die Notwendigkeit, diese zupliantziert und effektiv zu bewältigen, macht es unerlässlich, ein fundiertes Verständnis der ICT-Risikobewertung und -verwaltung zu haben.
Lesen Sie weiter, um Einblicke zu erhalten, wie Sie mit den Anforderungen von DORA umgehen können, welche Herausforderungen Sie überwinden müssen und welche Tools Ihnen dabei helfen können, um die Risiken effektiv zu managen und gleichzeitig die Compliance sicherzustellen.
Das Kernproblem
Die Oberflächenbeschreibung von DORA ist, dass es voraussichtlich die größte gesetzliche Veränderung seit dem Einführung des Markets in Financial Instruments Directive (MiFID) ist. Doch die Realität reicht tiefgreifender. Unternehmen, die keine adäquaten ICT-Risikomanagement-Frameworks haben, verlieren nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch in Form von Zeitverschwendung und erhöhter Risikoexposition.
Studien zufolge kostet die Nichtkonformität mit DORA Unternehmen im Durchschnitt 20.000 bis 50.000 EUR pro Tag aufgrund von Betriebsunterbrechungen. Darüber hinaus kann das Risiko einer Geldstrafe nach Artikel 5 DORA, der bis zu 10 Millionen EUR beträgt, ein erheblicher finanzieller und operativer Druck darstellen. Dabei geht es nicht nur um Geldbußen; die Reputationsschäden und das Vertrauen in die Institution können langfristig katastrophaler sein.
Vieles, was die meisten Organisationen falsch machen, ist die Unterschätzung der Komplexität und der Auswirkungen einer unzureichenden ICT-Risikobewertung. Viele versuchen, den Anforderungen gerecht zu werden, indem sie Papiere aufbauen, ohne die tatsächliche Umsetzung und Überwachung der Compliance-Maßnahmen. Dies kann dazu führen, dass kritische Schwachstellen unentdeckt bleiben und die Organisationen unvorbereitet für regulatorische Überprüfungen sind.
Warum dies jetzt dringend ist
Die jüngsten regulatorischen Veränderungen und Bußgeld-Mahnungen haben gezeigt, dass die Finanzaufsicht in Europa strengere Standards für ICT-Risikomanagement erwartet. Marktdruck nimmt zu, da Kunden immer mehr nach Zertifizierungen wie SOC 2, ISO 27001 und GDPR fragen. Nichtkonformität kann somit einen wettbewerbsfähigen Vorteil erheblich einschränken.
Dabei besteht ein erheblicher Riss zwischen denjenigen, die sich anpassen und fortgeschrittene Compliance-Tools einsetzen, und denen, die noch nicht mit den neuen Anforderungen Schritt halten. Diejenigen, die hinterherhinken, sind nicht nur finanziell bestraft, sondern auch von einem erhöhten Risiko der Betriebsunterbrechung und einem potenziellen Vertrauensverlust bei ihren Kunden betroffen.
Die Notwendigkeit, sich schnell anzupassen und ein konformes ICT-Risikomanagement-Framework aufzubauen, ist damit unerlässlich. Es ist Zeit, die Augen auf die Realität gerichtet zu halten und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Risiken zu minimieren und gleichzeitig die Compliance zu gewährleisten.
Aufbau eines DORA-konformen ICT-Risikomanagement-Frameworks
Die Lösungs-Framework (400 Worte)
Im Kontext der ICT-Risikomanagement-Frameworks im Einklang mit DORA (Digital Operational Resilience Act) besteht der Lösungsweg aus mehreren Schritten. Zunächst müssen Sie die Anforderungen von DORA Artikel 5 verstehen, der die Identifizierung, Bewertung und Behandlung von Risiken im Zusammenhang mit der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) vorschreibt. Darauf aufbauend, erklären wir einen schrittweisen Ansatz zur Lösung des Problems mit konkreten Empfehlungen zur Umsetzung.
Identifizierung von Risiken: Eine umfassende Bewertung der ICT-Infrastruktur ist erforderlich, um potenzielle Schwachstellen und Risiken zu identifizieren. Dies sollte einen Vergleich mit den Empfehlungen der ENISA (Europäische Union für Cybersicherheit) und der BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) beinhalten.
Risikobewertung: Nach der Identifizierung der Risiken ist eine detaillierte Bewertung erforderlich, um deren Schwere und die potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftskontinuität zu bestimmen. Hierbei sollten Sie insbesondere die Kriterien von DORA Artikel 5(2) berücksichtigen.
Risikomanagementstrategie: Schließlich muss eine strategische Anpassung der Maßnahmen erfolgen, um die identifizierten Risiken effektiv zu begrenzen. Dies schließt ein angepasstes Risikomanagement-Framework ein, das die spezifischen Anforderungen von DORA Artikel 5(3) erfüllt.
Überwachung und Berichterstattung: Eine kontinuierliche Überwachung der Umsetzung und Wirksamkeit der Risikomanagementmaßnahmen ist entscheidend. Darüber hinaus müssen Sie die Ergebnisse gemäß den Vorgaben in DORA Artikel 28(4) transparent machen.
Ein "gutes" Risikomanagement im Vergleich dazu, nur die Mindestanforderungen zu erfüllen, zeigt sich in einer proaktiven und integrierten Gestaltung des Risikomanagements, das nicht nur auf Compliance setzt, sondern auch auf das kontinuierliche Wachstum und die Verbesserung der Geschäftsprozesse abzielt.
Häufige Fehler, die zu vermeiden sind (300 Worte)
Es gibt drei hauptsächliche Fehler, die Organisationen bei der Einhaltung von DORA-Risikomanagementanforderungen machen:
Unzureichende Identifizierung von Drittanbieter-Risiken: Viele Organisationen unterschätzen das Risiko, das von externen ICT-Dienstanbietern ausging. Hierbei geht es darum, nicht nur die vertraglichen Vereinbarungen, sondern auch die tatsächliche Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen durch die Drittanbieter zu überprüfen und zu bewerten.
Fehlende oder unzureichende Risikobewertung: Es besteht die Gefahr, Risiken nicht oder nur oberflächlich zu bewerten, was zu einer unvollständigen oder falschen Wahrnehmung der potenziellen Gefahren führt. Hierbei sollte die Methodik der Risikobewertung nach DORA Artikel 5(2) sorgfältig angewandt werden.
Inkompatibles Risikomanagement-Framework: Die Anwendung eines Dokumenten- oder Verfahrensframeworks, das nicht mit den neuen Anforderungen von DORA kompatibel ist, kann zu fehlender Effektivität und Nichtkonformität führen. Stattdessen sollten Sie ein Framework einrichten, das speziell auf die Anforderungen von DORA ausgerichtet ist.
Um diese Fehler zu vermeiden, ist es entscheidend, ein umfassendes Risikomanagement-Framework einzurichten, das sowohl die Identifizierung und Bewertung als auch die Umsetzung von angemessenen Maßnahmen beinhaltet und regelmäßig überprüft und aktualisiert wird.
Werkzeuge und Ansätze (400 Worte)
Die Umsetzung eines DORA-konformen ICT-Risikomanagement-Frameworks kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Wir diskutieren hier den manuellen Ansatz, den Einsatz von Tabellenkalkulations-/GRC-Tools und die Automatisierung durch Compliance-Plattformen.
Manueller Ansatz: Dieser Ansatz ist prozessorientiert und erfordert die Einbindung von Expertenwissen. Er bietet die Flexibilität, auf individuelle Anforderungen einzugehen und ist in kleinen Organisationen oder bei besonders komplexen Umgebungen sinnvoll. Jedoch kann er zeitaufwändig und fehleranfällig sein.
Tabellenkalkulations-/GRC-Ansatz: Tools wie Spreadsheets oder Governance, Risk, and Compliance (GRC)-Software bieten eine digitale Lösung, die die Verwaltung von Risiken und die Compliance einfacher macht. Sie sind besser organisiert und erleichtern die Berichterstattung. Allerdings haben sie ihre Grenzen, insbesondere wenn es um Echtzeit-Überwachung und die Integration mit anderen Systemen geht.
Automatisierte Compliance-Plattformen: Automatische Plattformen wie Matproof sind speziell darauf ausgerichtet, Compliance-Aufgaben zu vereinfachen und zu automatisieren. Sie bieten die Vorteile von AI-unterstützter Richtlinienerstellung, automatisierter Beweissammlungsverfahren von Cloudanbietern und Endpunkt-Compliance-Agenten für die Überwachung von Geräten. Matproofs Plattform ist 100% auf die EU-Datenressidenz ausgelegt und bietet 100% Unterstützung für die Sprachen Deutsch und Englisch, was für deutsche Finanzdienstleister von besonderem Interesse ist.
Es ist wichtig zu verstehen, dass eine vollständige Automatisierung nicht immer möglich oder ratsam ist. Manchmal sind manuelle Überprüfungen und Expertenurteile unerlässlich, insbesondere bei spezialisierten oder komplexen Risikobereichen. Eine gute Balance zwischen Automatisierung und manuellem Eingriff ist entscheidend, um die Effizienz und Effektivität des Risikomanagements zu gewährleisten.
Einstieg: Ihre nächsten Schritte
Mit der Verordnung über die digitalen Operationalen Ressourcen (DORA) wird die Aufsichts- und Risikomanagement-Pflicht für Finanzinstitute gestärkt. Um rechtzeitig DORA-konform zu sein, sollten Sie folgenden 5-Schritt-Plan verfolgen:
Grundlegendes Verständnis erlangen: Lesen Sie die BaFin-Leitlinien und die Artikel der DORA, insbesondere Artikel 5 über die Risikobeurteilung und -bewertung von ICT-Risiken.
Identifizieren Sie Ihre Akteure: Bewerten Sie Ihre externen ICT-Dienstanbieter und internen Prozesse, um zu identifizieren, welche Kategorien von ICT-Akteuren betroffen sind.
Beurteilen Sie Ihre Risiken: Starten Sie eine Risikobeurteilung, um die möglichen Auswirkungen auf die Geschäftsführung und die Finanzstabilität zu verstehen.
Entwickeln Sie einen Ansatzplan: Schaffen Sie einen Aktionsplan basierend auf Ihren Risikobewertungen, inklusive der Zuständigkeiten und Fristen.
Implementierung und Überwachung: Setzen Sie den Plan in die Tat um und überwachen Sie regelmäßig den Fortschritt.
Für zusätzliche Ressourcen und detaillierte Informationen sollten Sie sich auf offizielle EU- und BaFin-Publikationen verlassen, wie die BaFin-Leitlinien zum ICT-Risikomanagement.
In Bezug auf externe Hilfe gegenüber Inhouse-Projekten sollte die Entscheidung anhand der Komplexität, den Ressourcen und den erforderlichen Fachkompetenzen Ihres Teams getroffen werden. Wenn Sie schnelle Ergebnisse erzielen möchten, können Sie innerhalb der nächsten 24 Stunden ein Audit der internen Verfahren durchführen, um offensichtliche Versäumnisse zu identifizieren und zu beheben.
Häufig gestellte Fragen
Frage 1: Welche Rolle spielt die Risikobeurteilung und -bewertung von ICT-Risiken gemäß DORA?
Die Risikobeurteilung und -bewertung von ICT-Risiken ist ein essentieller Bestandteil des ICT-Risikomanagements gemäß DORA. Sie ermöglicht es Finanzinstituten, potenzielle Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit und die Finanzstabilität zu identifizieren und zu managen. Gemäß Artikel 5 DORA ist es notwendig, einen angemessenen ICT-Risikobeurteilungsprozess zu haben, um Risiken zu identifizieren, zu bewerten und angemessen zu beurteilen.
Frage 2: Wie kann ich die Komplexität des ICT-Risikomanagements effizient reduzieren?
Effiziente Reduzierung der Komplexität im ICT-Risikomanagement kann erreicht werden, indem Sie klare Verantwortlichkeiten für die Risikobewertung definieren, automatisierte Tools einsetzen und regelmäßige Überprüfungen durchführen. Ein Compliance-Automations-Tool wie Matproof kann dabei helfen, Prozesse zu automatisieren und die Komplexität zu verringern.
Frage 3: Muss ich alle externe ICT-Dienstanbieter einbeziehen?
Ja, gemäß DORA und den BaFin-Leitlinien sollten alle externe ICT-Dienstanbieter in Ihre Risikobeurteilung einbezogen werden. Dies schließt die Bewertung der Leistungsfähigkeit, der Zuverlässigkeit und der Informationssicherheit ihrer Dienste ein.
Frage 4: Wie lauten die Anforderungen an die Dokumentation von ICT-Risiken?
Die Anforderungen an die Dokumentation sind streng und beinhalten einen detaillierten Bericht über die Risikobewertung und -bewertung, einschließlich der Identifizierung, Beurteilung und Beurteilung von Risiken sowie der getroffenen Maßnahmen. Diese Dokumentation sollte nachvollziehbar und für die BaFin verfügbar sein.
Frage 5: Kann ich mich auf meine bestehenden ISO 27001-Zertifizierung verlassen?
Es ist wichtig zu beachten, dass eine bestehende ISO 27001-Zertifizierung einen soliden Informationssicherheitsrahmen bietet, aber DORA besondere Anforderungen an das ICT-Risikomanagement hat. Es kann von Vorteil sein, die Anforderungen von DORA in Ihre bestehenden Zertifizierungen zu integrieren.
Schlüsselerkenntnisse
In diesem Artikel haben wir die Bedeutung des ICT-Risikomanagements im Kontext der DORA betont und praktische Schritte zur Umsetzung eines DORA-konformen ICT-Risikomangement-Rahmens dargelegt. Die Schlüsselerkenntnisse sind:
- Verstehen Sie die Anforderungen von DORA an das ICT-Risikomanagement.
- Bewerten und bewerten Sie Ihre Risiken, einschließlich externer und interner ICT-Prozesse.
- Entwickeln Sie einen Aktionsplan, um Risiken angemessen zu managen und zu überwachen.
- Nutzen Sie automatisierte Werkzeuge, um die Komplexität zu reduzieren und die Compliance sicherzustellen.
- Greifen Sie auf externe Hilfe zurück, wenn Ihre internen Ressourcen oder Fachkompetenzen dies erfordern.
Wenn Sie Hilfe bei der Automisierung Ihrer Compliance-Aufgaben benötigen, kann Matproof Ihnen dabei helfen. Nutzen Sie unseren kostenlosen Assessment unter https://matproof.com/contact.