Vergleiche2026-02-097 min Lesezeit

Matproof vs Hyperproof: EU-Compliance vs US-zentrierte GRC-Plattform

Matproof vs Hyperproof: EU-Compliance vs US-zentrierte GRC-Plattform

Einleitung

Europaeische Finanzunternehmen stehen vor einer konkreten Herausforderung: Die regulatorischen Anforderungen in der EU sind komplex, vielschichtig und unterscheiden sich grundlegend von US-amerikanischen Standards. Wer als Compliance-Verantwortlicher, CISO oder IT-Leiter eine GRC-Plattform evaluiert, muss daher genau pruefen, ob das jeweilige Tool die europaeischen Besonderheiten abdeckt -- oder ob es primaer fuer den US-Markt konzipiert wurde.

Hyperproof ist eine etablierte GRC-Plattform aus den USA, die sich auf die Verwaltung von Compliance-Programmen und die Automatisierung von Nachweisprozessen spezialisiert hat. Die Plattform bedient vorwiegend nordamerikanische Unternehmen und konzentriert sich auf Frameworks wie SOC 2, HIPAA und FedRAMP. Matproof hingegen wurde von Grund auf fuer den europaeischen Finanzsektor entwickelt, mit nativem Support fuer DORA, NIS2, ISO 27001 und DSGVO sowie vollstaendiger Datenverarbeitung in deutschen Rechenzentren.

Dieser Vergleich richtet sich an Entscheider in europaeischen Finanzinstituten, die eine fundierte Grundlage fuer ihre Plattformwahl benoetigen. Wir analysieren beide Loesungen anhand konkreter Kriterien: Framework-Abdeckung, Datenresidenz, Automatisierungsgrad und Preis-Leistungs-Verhaeltnis.

Vergleich auf einen Blick

Kriterium Matproof Hyperproof
Hauptsitz EU (Deutschland) USA (Seattle)
Datenresidenz 100 % EU (deutsche Rechenzentren) Primaer US-Cloud (AWS US-Regionen)
DORA-Support Nativ, inkl. RTS/ITS-Mappings Nicht vorhanden
NIS2-Support Vollstaendig Begrenzt
ISO 27001 Vollstaendig (inkl. Annex A) Vollstaendig
SOC 2 Vollstaendig Vollstaendig
DSGVO Nativ integriert Grundlegend
BaFin-Mappings Ja (BAIT, VAIT, KAIT, ZAIT) Nein
Automatisierte Evidenzsammlung Cloud + Endpoint-Agent Cloud-Integrationen
KI-gestuetzte Richtlinien Deutsch und Englisch Nur Englisch
Zielgruppe EU-Finanzdienstleister US-Unternehmen (branchenuebergreifend)
Preismodell Transparent, nach Unternehmensgroesse Individuelle Angebote

Framework-Abdeckung

Der entscheidende Unterschied zwischen Matproof und Hyperproof liegt in der Tiefe der europaeischen Framework-Abdeckung.

DORA (Digital Operational Resilience Act): Seit Januar 2025 muessen Finanzunternehmen in der EU die Anforderungen der DORA-Verordnung erfuellen. Dies umfasst ICT-Risikomanagement gemaess Artikel 6, das Management von Drittanbieterrisiken nach Artikel 28 und die Meldepflichten bei ICT-Vorfaellen nach Artikel 19. Matproof bildet diese Anforderungen nativ ab, einschliesslich der technischen Regulierungsstandards (RTS) und Implementierungsstandards (ITS), die von den europaeischen Aufsichtsbehoerden (EBA, EIOPA, ESMA) veroeffentlicht wurden. Hyperproof bietet keinen dedizierten DORA-Support. Unternehmen muessten die Anforderungen manuell in ein generisches Framework-Template uebertragen -- ein aufwaendiger und fehleranfaelliger Prozess.

NIS2-Richtlinie: Die NIS2-Richtlinie erweitert den Kreis der betroffenen Unternehmen erheblich und verschaerft die Anforderungen an Cybersicherheit und Incident Reporting. Matproof unterstuetzt die spezifischen Meldepflichten (24-Stunden-Fruehwarnung, 72-Stunden-Bericht) und bildet die Anforderungen an das Risikomanagement ab. Hyperproof hat NIS2 nicht als eigenes Framework integriert.

BaFin-spezifische Anforderungen: Fuer deutsche Finanzunternehmen sind die aufsichtlichen Anforderungen der BaFin (BAIT, VAIT, KAIT, ZAIT) von zentraler Bedeutung. Matproof mappt diese Anforderungen direkt auf die entsprechenden Kontrollen und Nachweise. Bei Hyperproof fehlt dieses Mapping vollstaendig, was fuer BaFin-regulierte Institute ein erhebliches Risiko darstellt.

SOC 2 und ISO 27001: Beide Plattformen decken SOC 2 und ISO 27001 ab. Hyperproof bietet hier solide Funktionalitaet, insbesondere fuer SOC 2 Trust Service Criteria. Matproof ergaenzt dies durch die Moeglichkeit, Kontrollen ueber mehrere Frameworks hinweg zu mappen -- eine Kontrolle kann gleichzeitig DORA Artikel 9, ISO 27001 Annex A.8 und SOC 2 CC6.1 abdecken, was den Aufwand bei Multi-Framework-Compliance erheblich reduziert.

EU-Compliance und Datenresidenz

Die Frage der Datenresidenz ist fuer europaeische Finanzunternehmen keine theoretische Ueberlegung, sondern eine regulatorische Pflicht. Die DSGVO schreibt in Artikel 44 ff. vor, dass personenbezogene Daten nur unter strengen Voraussetzungen ausserhalb des Europaeischen Wirtschaftsraums uebertragen werden duerfen. DORA verstaerkt diese Anforderungen fuer den Finanzsektor zusaetzlich.

Matproof verarbeitet und speichert saemtliche Daten ausschliesslich in deutschen Rechenzentren. Dies bedeutet: keine Datentransfers in Drittlaender, keine Abhaengigkeit von EU-US Data Privacy Framework-Abkommen, keine Rechtsunsicherheit durch sich aendernde Angemessenheitsbeschluesse. Fuer Finanzunternehmen, die der BaFin-Aufsicht unterliegen, ist dies ein entscheidender Vorteil, da die BAIT in Abschnitt 9 explizit Anforderungen an die Auslagerung von IT-Dienstleistungen und die Kontrolle ueber Daten stellt.

Hyperproof betreibt seine Infrastruktur primaer in US-amerikanischen Cloud-Regionen. Zwar gibt es grundsaetzlich die Moeglichkeit, bestimmte Daten in europaeischen Regionen zu hosten, jedoch liegt die Kontrolle ueber die Infrastruktur und den Zugriff beim US-Unternehmen. Dies fuehrt zu einer rechtlichen Grauzone: Das EU-US Data Privacy Framework bietet zwar einen aktuellen Rahmen, doch die Geschichte (Safe Harbor, Privacy Shield) zeigt, dass solche Abkommen von europaeischen Gerichten gekippt werden koennen.

Fuer Aufsichtsbehoerden wie die BaFin oder die ENISA (European Union Agency for Cybersecurity) ist die vollstaendige Kontrolle ueber Compliance-Daten ein zentrales Pruefkriterium. Ein Finanzinstitut, das seine Compliance-Nachweise, Risikobewertungen und Audit-Dokumentation auf einer US-Plattform speichert, setzt sich einem regulatorischen Risiko aus, das mit einer EU-nativen Loesung vermieden werden kann.

Darueber hinaus generiert Matproof Richtlinien und Compliance-Dokumentation in deutscher Sprache -- ein praktischer Vorteil fuer die Zusammenarbeit mit deutschen Aufsichtsbehoerden und internen Stakeholdern.

Preisgestaltung und Mehrwert

Hyperproof positioniert sich als Enterprise-GRC-Plattform mit individuellen Preismodellen. Oeffentlich verfuegbare Preisinformationen sind begrenzt, was die Vergleichbarkeit erschwert. Erfahrungsberichte deuten auf jaehrliche Kosten im Bereich von 30.000 bis ueber 100.000 USD hin, abhaengig von Unternehmensgroesse und Funktionsumfang. Hinzu kommen Kosten fuer die Anpassung an europaeische Frameworks, die Hyperproof nicht nativ unterstuetzt.

Matproof bietet eine transparente Preisgestaltung, die sich an der Unternehmensgroesse orientiert. Der Mehrwert liegt insbesondere in der Vermeidung von Zusatzkosten: Da DORA, NIS2 und BaFin-Anforderungen nativ integriert sind, entfallen die typischen Beratungskosten fuer die manuelle Erstellung von Framework-Mappings. Bei einem mittelstaendischen Finanzdienstleister mit 200 Mitarbeitern koennen diese eingesparten Beratungskosten schnell 20.000 bis 50.000 EUR pro Jahr betragen.

Die automatisierte Evidenzsammlung beider Plattformen reduziert den manuellen Aufwand. Matproof bietet zusaetzlich einen Endpoint-Compliance-Agent, der die Geraeteueberwachung automatisiert -- ein Bereich, in dem Hyperproof auf Integrationen von Drittanbietern angewiesen ist.

Fuer wen eignet sich welche Loesung?

Matproof ist die richtige Wahl, wenn Sie:

  • Ein europaeisches Finanzunternehmen sind, das DORA einhalten muss
  • Mehrere EU-Frameworks gleichzeitig abdecken muessen (DORA + ISO 27001 + NIS2 + DSGVO)
  • Der BaFin-Aufsicht unterliegen und BAIT/VAIT/KAIT/ZAIT-Konformitaet nachweisen muessen
  • Vollstaendige EU-Datenresidenz benoetigen
  • Compliance-Dokumentation in deutscher Sprache benoetigen
  • Eine transparente Preisstruktur ohne versteckte Kosten bevorzugen

Hyperproof kann geeignet sein, wenn Sie:

  • Ein US-amerikanisches oder global agierendes Unternehmen mit Schwerpunkt auf US-Compliance sind
  • Primaer SOC 2, HIPAA oder FedRAMP abdecken muessen
  • Bereits eine etablierte GRC-Infrastruktur in US-Cloud-Umgebungen betreiben
  • Keine spezifischen EU-Datenresidenz-Anforderungen haben
  • Ein branchenuebergreifendes GRC-Tool suchen

Fazit

Die Wahl zwischen Matproof und Hyperproof haengt primaer davon ab, wo Ihr Unternehmen seinen regulatorischen Schwerpunkt hat. Fuer europaeische Finanzunternehmen, die DORA, NIS2 und DSGVO einhalten muessen, bietet Matproof die passendere Loesung: native EU-Framework-Abdeckung, vollstaendige Datenresidenz in Deutschland, BaFin-Mappings und deutschsprachige Dokumentation.

Hyperproof ist eine solide GRC-Plattform fuer den US-Markt, kann aber die spezifischen Anforderungen europaeischer Finanzregulatoren nicht im gleichen Umfang abdecken. Wer DORA-Konformitaet ohne manuelle Workarounds benoetigt, findet in Matproof die effizientere Loesung.

Haeufig gestellte Fragen

Kann Hyperproof fuer die DORA-Compliance eingesetzt werden?

Hyperproof bietet kein natives DORA-Framework. Unternehmen muessten die DORA-Anforderungen manuell in ein benutzerdefiniertes Framework uebertragen und die Mappings zu den technischen Regulierungsstandards (RTS/ITS) selbst pflegen. Dies ist moeglich, erfordert jedoch erheblichen manuellen Aufwand und Fachexpertise. Matproof bildet DORA einschliesslich aller RTS/ITS nativ ab.

Wie unterscheiden sich die Plattformen bei der Datenresidenz?

Matproof verarbeitet und speichert alle Daten in deutschen Rechenzentren -- ohne Ausnahme. Hyperproof nutzt primaer US-Cloud-Infrastruktur. Fuer Unternehmen, die der DSGVO und den aufsichtlichen Anforderungen der BaFin unterliegen, kann die Speicherung von Compliance-Daten ausserhalb der EU ein regulatorisches Risiko darstellen.

Lohnt sich der Umstieg von Hyperproof auf Matproof?

Wenn Ihr Unternehmen in der EU reguliert wird und DORA-Konformitaet herstellen muss, ist der Umstieg in den meisten Faellen wirtschaftlich sinnvoll. Die eingesparten Kosten fuer manuelle Framework-Anpassungen und externe Beratung uebersteigen typischerweise die Migrationskosten innerhalb von 6 bis 12 Monaten. Matproof bietet Unterstuetzung bei der Migration bestehender Compliance-Daten.

Unterstuetzt Hyperproof die BaFin-Anforderungen (BAIT, VAIT)?

Nein. Hyperproof bietet keine spezifischen Mappings fuer die aufsichtlichen Anforderungen der BaFin. Deutsche Finanzinstitute muessten diese Zuordnungen manuell erstellen und pflegen. Matproof integriert BAIT, VAIT, KAIT und ZAIT nativ und mappt die Anforderungen auf die entsprechenden Kontrollen.

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