Lieferantenvertragsmanagement für Compliance und Risikominderung
Einführung
Im Finanzdienstleistungssektor ist die Compliance nicht mehr eine Randnotiz, sondern ein Eckpfeiler. Eine häufige Missinterpretation, insbesondere im Hinblick auf das Risikomanagement von Dritten, besteht darin, dass man glaubt, dass sich an Vorschriften nur darin besteht, Kästchen zu durchkreuzen. Artikel 4 der Leitlinien der Europäischen Bankenbehörde über das Ausschöpfen von Cloud-Dienstleisterservices (EBA/GL/2019/23) stellt explizit fest, dass Institute sicherstellen müssen, dass ihre Anbieter von Drittparteien Sicherheits- und Compliance-Standards einhalten. Dies geht über reine vertragliche Verpflichtungen hinaus. Für europäische Finanzdienstleistungen sind die Spielregeln hoch: Nichtkonformität kann zu hohen Bußgeldern, Prüfungsschwerpunkten, Betriebsstörungen und schwerwiegender Schädigung des Rufs der Institution führen.
Das Verständnis der Feinheiten des Lieferantenvertragsmanagements ist nicht nur eine prozedurale Notwendigkeit; es ist eine strategische Imperative, da ein mangelndes Management von Drittpartei-Risiken zur Strafe in Millionenhöhe führen kann. Dieser Artikel will sich den Kernproblemen widmen, die Dringlichkeit eines effektiven Lieferantenvertragsmanagements beleuchten und Einblicke in Strategien geben, die Organisationen dabei helfen, Compliance-Risiken zu mildern und ihre Betriebe zu schützen.
Das Kernproblem
Das Lieferantenvertragsmanagement wird oft als Papierkrambetätigung angesehen, bei der Compliance-Klauseln generische Add-ons zu den Hauptbetriebsbedingungen sind. Dieser Ansatz ist grundsätzlich fehlerhaft und kann zu erheblichen Kosten und Risiken führen. Eine Studie des Europäischen Zentralbanks von 2022 fand heraus, dass Finanzinstitute mit unzureichendem Risikomanagement von Dritten durch Compliance-Verstöße und Betriebsstörungen im Durchschnitt 1,2 Millionen Euro verloren. Die Kosten liegen nicht nur in der Euro-Zahlung. Zeitverschwendung bei der Behandlung von Compliance-Problemen kann besser in strategische Geschäftsplanung investiert werden, und das Risiko von Nichtkonformität kann die Widerstandsfähigkeit der Institution gegenüber regulatorischer Überprüfung untergraben.
Viele Organisationen verstehen nicht das gesamte Spektrum ihrer Verpflichtungen, wenn sie kritischen Dienstleistungen auslagern. Artikel 112 der Kapitalanforderungsrichtlinie IV (CRD IV) betont die Notwendigkeit von Instituten, Maßnahmen zur Verwaltung von Risiken in Bezug auf Drittdienstleistungen zu haben. Generische Klauseln und mangelnde Spezifität in Lieferantenvereinbarungen führen oft zu Lücken bei der Compliance. Wenn eine Finanzinstitution beispielsweise einen Cloud-Anbieter engagiert, ohne ausdrücklich die Notwendigkeit zu vereinbaren, die DSGVO-Vorschriften einzuhalten, werden sensible Daten einer Verletzung aussetzen.
Ein weiterer häufiger Versehen ist das Fehlen robuster Service Level Agreements (SLAs). Diese Vereinbarungen sind entscheidend für die Definition von Leistungsmetriken und die Sicherstellung, dass Drittanbieter die Standards und Erwartungen der Institution erfüllen. Ohne klare SLAs riskieren Finanzinstitute operative Ineffizienzen und mögliche regulatorische Sanktionen, da sie möglicherweise nicht nachweisen können, dass sie den Vorschriften wie der Markets in Financial Instruments Directive II (MiFID II) entsprechen, die von Instituten verlangt, wirksame Systeme zur Verwaltung von Interessenkonflikten und zur Sicherstellung der bestmöglichen Ausführung zu haben.
Warum dies jetzt dringend ist
Die Dringlichkeit der Verbesserung des Lieferantenvertragsmanagements wird durch jüngste regulatorische Änderungen und Maßnahmen zur Durchsetzung des Rechts unterstrichen. Die Allgemeine Datenschutzverordnung (GDPR) der Europäischen Union hat die Prüfung, wie personenbezogene Daten verwaltet werden, einschließlich ihrer Behandlung durch Dritte, verschärft. Mit Bußgeldern für Nichtkonformität bis zu 4% des jährlichen weltweiten Umsatzes ist der Preis für unzureichendes Lieferantenmanagement jetzt höher als je zuvor. Darüber hinaus hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) kürzlich mehrere Institute für unzureichendes Risikomanagement von Dritten mit Bußgeldern belegt, was eine strengere Haltung bei der Durchsetzung signalisiert.
Marktdruck ist ein weiterer Faktor, der die Dringlichkeit beiträgt. Kunden verlangen zunehmend Zusicherungen der Datenschutz- und Compliance mit Vorschriften. Mit der fortschreitenden Digitalisierung erwarten Kunden ein höheres Maß an Due-Diligence von ihren Finanzdienstleistern. Nichtkonformität kann zum Verlust von Geschäfts führen, wenn Kunden sich dafür entscheiden, mit konformeren Organisationen zusammenzuarbeiten.
Wettbewerbsnachteil ist auch eine große Sorge. Finanzinstitute, die nicht in der Lage sind, Drittpartei-Risiken wirksam zu managen, finden sich möglicherweise auf dem Markt in einer benachteiligten Position wieder. Diese Organisationen haben möglicherweise Schwierigkeiten, neue Kunden anzuziehen, vorhandene zu halten und ein positives Markenbild aufrechtzuerhalten. Diese Wettbewerbslücke ist nicht nur eine Frage des Rufs; sie übersetzt sich in konkrete finanzielle Verluste und verpasste Chancen.
Die Lücke zwischen dem, wo die meisten Organisationen sind, und dem, wo sie sein müssen, ist groß. Eine aktuelle Umfrage von PwC ergab, dass nur 37% der Finanzinstitute ein umfassendes Risikomanagement-Programm für Dritte haben. Dies zeigt einen erheblichen Bereich zur Verbesserung und unterstreicht die dringende Notwendigkeit, dass Organisationen ihre Lieferantenvertragsmanagementprozesse verbessern, um Compliance sicherzustellen und Risiken zu mildern.
Zusammenfassend ist das Lieferantenvertragsmanagement nicht nur ein prozedurer Schritt, sondern ein kritischer Aspekt der Risikomanagementstrategie einer Finanzinstitution. Es ist direkt mit der Fähigkeit der Organisation verbunden, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, die operative Effizienz aufrechtzuerhalten und ihren Ruf zu schützen. Da die regulatorische Überwachung intensiviert und Marktanforderungen zunehmen, wird die Notwendigkeit robuster, konformer Lieferantenvereinbarungen dringender. Die nächsten Abschnitte dieses Artikels werden praktische Schritte erkunden, die Organisationen zur Verbesserung ihrer Lieferantenvertragsmanagementprozesse unternehmen können, mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung umfassender Compliance-Klauseln, effektiver Verwaltung von SLAs und Nutzung von Technologie zur Überwachung und Minderung von Drittpartei-Risiken.
Lösungsframework
Um Lieferantenverträge für Compliance und Risikominderung effektiv zu managen, ist ein strukturierter und proaktiver Ansatz erforderlich. Dieses Framework bietet eine schrittweise Anleitung, die als Vorlage für das Aufbauen und Aufrechterhalten eines robusten Lieferantenmanagementsystems dienen kann.
Schritt 1: Regulatorische Verständnis und Lückenanalyse
Fangen Sie mit einem umfassenden Verständnis der regulatorischen Landschaft an. Für Finanzinstitute umfasst dies Artikel wie den DORA Artikel 6(1), der ein ICT-Risikomangement-Rahmenwerk vorschreibt. Der Schlüssel zur Compliance besteht darin, sicherzustellen, dass alle Lieferantenvereinbarungen diesen Anforderungen entsprechen. Führen Sie eine Lückenanalyse zwischen Ihren aktuellen Lieferantenmanagementpraktiken und den spezifischen Artikeln und Klauseln von Vorschriften wie DORA durch. Dies beinhaltet eine detaillierte Überprüfung bestehender Verträge, um Bereiche zu identifizieren, in denen Compliance-Klauseln fehlen oder unzureichend sind.
Schritt 2: Entwicklung von Standardvertragsvorlagen
Erstellen Sie Standardvertragsvorlagen, die alle notwendigen Compliance-Klauseln aufnehmen. Diese Vorlagen sollten an verschiedene Lieferantenbeziehungen anpassbar sein, jedoch eine Mindestebene der Compliance aufrechterhalten. Stellen Sie sicher, dass alle Verträge Klauseln zur Datenschutz (DSGVO Art. 28), Meldung von Vorfällen und Prüfungsrechte enthalten, da diese oft für die regulatorische Einhaltung entscheidend sind.
Schritt 3: Implementierung einer zentralisierten Vertragsrepository
Halten Sie ein zentralisiertes Repository für alle Lieferantenverträge und relevante Dokumentation. Dies ermöglicht den einfachen Zugriff, die Überwachung und das Management von Verträgen. Das Repository sollte durchsuchbar sein und das schnelle Abrufen von Verträgen basierend auf verschiedenen Parametern wie Lieferantenname, Vertragstyp oder Compliance-Anforderungen ermöglichen.
Schritt 4: Regelmäßige Audits und Überprüfungen
Überprüfen Sie Lieferantenverträge regelmäßig auf fortlaufende Compliance. Dazu gehören die Überprüfung der Gültigkeit der Verträge, die Einhaltung von Service Level Agreements (SLAs) und die Compliance mit regulatorischen Standards. Audits sollten mindestens jährlich geplant werden, mit Zwischenüberprüfungen nach signifikanten Änderungen in der Lieferantenoperation oder regulatorischen Updates.
Schritt 5: Lieferantenrisikobewertung
Führen Sie eine gründliche Risikobewertung für jeden Lieferanten durch, unter Berücksichtigung von Faktoren wie finanzielle Stabilität, Ruf, Sicherheitshaltung und regulatorischer Compliance-Verlauf. Diese Bewertung sollte die Intensität der Überwachung und die Häufigkeit von Audits für jeden Lieferanten informieren. Lieferanten mit hohem Risiko können häufigere Überprüfungen und strengere vertragliche Klauseln erfordern.
Dauerhafte Überwachung und Berichterstattung
Implementieren Sie ein System für die dauerhafte Überwachung der Compliance von Lieferanten. Dazu gehören das Verfolgen von SLA-Management und die Einhaltung vertraglicher Verpflichtungen. Regelmäßige Berichte sollten erstellt werden, um Beteiligten über etwaige Compliance-Probleme oder Risiken in Bezug auf Lieferanten auf dem Laufenden zu halten.
Handlungsempfehlungen
Regelmäßige Schulungen durchführen: Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter, die an Vertragsmanagement beteiligt sind, regelmäßig auf die neuesten regulatorischen Anforderungen und besten Praktiken im Lieferantenmanagement geschult werden.
Technologie nutzen: Verwenden Sie automatisierte Compliance-Plattformen wie Matproof, um bei der Richtlinienerstellung, Beweismittelsammlung und Überwachung zu helfen. Diese Tools können den Prozess streamlinen und das Risiko menschlicher Fehler verringern.
Rechts- und Compliance-Teams einbeziehen: Beteiligen Sie rechtliche und Compliance-Teams frühzeitig im Vertragsverhandlungsprozess, um sicherzustellen, dass alle notwendigen Compliance-Klauseln enthalten sind.
Klare SLAs einrichten: Definieren Sie klare und messbare SLAs mit Lieferanten zur Compliance und Leistung.
Lieferanten-Onboarding-Protokolle: Entwickeln Sie Protokolle für das Onboarding neuer Lieferanten, einschließlich einer gründlichen Überprüfung ihrer Operationen und einer Risikobewertung.
Was "gut" aussieht im Vergleich zu "nur vorbeikommen" ist eine Frage der Tiefe und Gründlichkeit. Ein "gutes" Lieferantenmanagement-Programm erfüllt nicht nur die Mindestregulatoryanforderungen, sondern identifiziert und mildert auch proaktiv Risiken, verbessert ständig Prozesse und integriert Compliance in das Lieferantenbeziehungsmanagement-Lifecycle.
##常见错误
1. Vertragsaktualisierung vernachlässigen
Viele Organisationen überprüfen und aktualisieren ihre Lieferantenverträge nicht regelmäßig, was zu veralteten Bedingungen und Klauseln führt, die sich nicht mehr mit aktuellen regulatorischen Anforderungen oder Geschäftsbedürfnissen decken. Diese Vernachlässigung kann zu Nichtkonformität und erhöhtem Risiko führen. Stattdessen sollten Sie einen Prozess für die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung von Verträgen einrichten.
2. Unzureichende Sorgfaltsprüfung
Eine unzureichende Sorgfaltsprüfung von Lieferanten kann zu erheblichen Compliance-Risiken führen. Dazu gehört das Fehlverhalten, die finanzielle Stabilität, Sicherheitspraktiken und regulatorische Compliance-Geschichte eines Lieferanten zu bewerten. Um dies zu vermeiden, sollten Sie gründliche Risikobewertungen und Sorgfaltsprüfungen durchführen, bevor Sie irgendeine Lieferantenvereinbarung abschließen.
3. Compliance-Klauseln übersehen
Das Vernachlässigen, wesentliche Compliance-Klauseln in Lieferantenverträgen aufzunehmen, ist ein häufiger Fehler. Dies kann zu Nichtkonformität mit Vorschriften wie der GDPR oder DORA führen. Stellen Sie sicher, dass alle Verträge Klauseln zur Datenschutz, Vorfallmeldung und Prüfungsrechte beinhalten.
4. Fehlende zentralisierte Verwaltung
Ohne ein zentralisiertes System zur Verwaltung von Lieferantenverträgen können Organisationen Schwierigkeiten haben, Compliance zu verfolgen und zu überwachen. Dies kann zu verpassten Fristen, Nichtkonformität und erhöhtem Risiko führen. Implementieren Sie ein zentralisiertes Vertragsrepository und Verwaltungssystem, um Prozesse zu streamlinen und die Überwachung zu verbessern.
5. Unzureichende SLA-Management
Das Fehlen von klaren und messbaren Service Level Agreements (SLAs) kann zu schlechter Leistung und Compliance-Problemen führen. Definieren Sie klare SLAs und verfolgen Sie die Leistung regelmäßig, um sicherzustellen, dass Lieferanten ihre Verpflichtungen erfüllen.
Tools und Ansätze
Manueller Ansatz
Der manuelle Ansatz beim Lieferantenvertragsmanagement beinhaltet das Verwenden von in-house-Ressourcen, um Verträge und Compliance zu verwalten. Während dies für kleinere Organisationen oder jene mit einer begrenzten Anzahl von Lieferanten funktionieren kann, wird dieser Ansatz ineffizient und fehleranfällig, wenn die Anzahl von Lieferanten und Verträgen zunimmt. Dieser Ansatz fehlt außerdem an Skalierbarkeit und Automationsfähigkeiten, die für die Behandlung komplexer Compliance-Anforderungen erforderlich sind.
Spreadsheet/GRC-Ansatz
Spreadsheets und GRC (Governance, Risk, and Compliance)-Werkzeuge können bei der Verwaltung von Lieferantenverträgen und Compliance bis zu einem gewissen Grad helfen. Sie haben jedoch oft Einschränkungen in Bezug auf Automation, Integration in andere Systeme und die Fähigkeit, komplexe Compliance-Anforderungen zu bewältigen. Spreadsheets sind insbesondere anfällig für menschliche Fehler und fehlende Echtzeitaktualisierungen.
Automatisierte Compliance-Plattformen
Automatisierte Compliance-Plattformen bieten einen fortgeschritteneren und effizienteren Ansatz zum Verwalten von Lieferantenverträgen und Compliance. Diese Plattformen können den Prozess der Richtlinienerstellung, Beweismittelsammlung und Überwachung streamlinen. Sie bieten auch Integrationsfähigkeiten mit anderen Systemen und bieten umfangreichere Berichterstattung und Analysen. Wenn Sie eine automatisierte Compliance-Plattform auswählen, suchen Sie nach Funktionen wie AI-gestützter Richtlinienerstellung, automatisierter Beweismittelsammlung und Endpunkt-Compliance-Überwachung. Matproof, zum Beispiel, ist speziell für EU-Finanzdienstleistungen konzipiert und bietet 100% EU-Datenresidenz, was für die Compliance mit Vorschriften wie der GDPR von entscheidender Bedeutung sein kann.
Zusammenfassend kann die Automatisierung die Effizienz und Wirksamkeit des Lieferantenvertragsmanagements erheblich steigern, aber es ist keine eine-Größe- passt-sich-alle-Lösung. Für kleinere Organisationen oder jene mit einfachen Lieferantenbeziehungen kann ein manueller oder spreadsheet-basierter Ansatz ausreichend sein. Für größere Organisationen oder jene mit komplexen Compliance-Anforderungen ist jedoch eine automatisierte Compliance-Plattform oft die beste Wahl. Unabhängig vom Ansatz ist der Schlüssel, einen proaktiven und systematischen Ansatz zum Lieferantenvertragsmanagement aufrechtzuerhalten, um fortlaufende Compliance und Risikominderung sicherzustellen.
Erste Schritte: Ihre nächsten Maßnahmen
Um Lieferantenverträge für Compliance und Risikominderung effektiv zu managen, ist es entscheidend, einen strukturierten Ansatz zu haben. Unten ist ein fünfstufiger Aktionsplan, den Sie in dieser Woche umsetzen können, um Ihren aktuellen Prozess zu verbessern:
Bestehende Vorschriften und Rahmenwerke überprüfen: Fangen Sie damit an, die relevanten Artikel und Leitlinien, die von EU-Vorschriften wie dem DORA dargelegt werden, gründlich zu verstehen, der großen Bedeutung beim Risikomanagement von Dritten legt. Überprüfen Sie insbesondere den Artikel 6(1) des DORA, der Finanzeinheiten verpflichtet, ein ICT-Risikomangement-Rahmenwerk aufrechtzuerhalten, das auch die Verwaltung von vertraglichen Beziehungen behandelt.
Lieferantenrisikobewertung durchführen: Dies sollte alle Lieferanten identifizieren und die damit verbundenen Risiken bewerten, einschließlich Datensicherheit, finanzielle Stabilität und regulatorische Compliance. Die Europäische Zentralbank (ECB) bietet Leitlinien zur Lieferantenrisikobewertung, die für diesen Schritt unerlässlich sind.
Vertragsvorlagen überarbeiten: Stellen Sie sicher, dass Ihre Vertragsvorlagen up-to-date sind und Compliance-Klauseln enthalten, die den DORA-Vorschriften entsprechen. Die BaFin hat Veröffentlichungen, die Sie in Bezug auf die Gestaltung dieser Klauseln, insbesondere im Zusammenhang mit Datenschutz und Risikomanagement von Dritten, leiten können.
SLA-Management-Prozess einrichten: Entwickeln Sie einen Prozess zur regelmäßigen Überprüfung und Verwaltung von Service Level Agreements (SLAs) mit Ihren Lieferanten. Dies sollte Mechanismen für die Überwachung, Berichterstattung und Durchsetzung von SLA-Bedingungen beinhalten.
Dokumentenmanagementsystem implementieren: Verwenden Sie ein System, um alle Lieferantenverträge und zugehörige Dokumente zu digitalisieren und zentral zu verwalten. Dies erleichtert den einfachen Zugriff, die Auditierung und stellt sicher, dass die Compliance mit Datenschutzvorschriften wie der GDPR gewahrt bleibt.
Ressourcenempfehlungen: Die Europäische Bankenbehörde (EBA) bietet ein umfassendes Handbuch über Outsourcing-Risiken. Die Outsourcing-Leitlinien der BaFin sind ebenfalls ein Muss für das Lesen. Bei Bedarf an detaillierteren Einblicken sollten Sie externe Hilfe in Betracht ziehen.
Externe Hilfe im Vergleich zur Inhouse-Durchführung: Wenn Ihre Organisation nicht über die internen Fachkenntnisse oder Kapazitäten verfügt, um die Komplexitäten des Risikomanagements von Dritten wirksam zu bewältigen, sollten Sie einen spezialisierten Berater oder eine Compliance-Automationsplattform in Betracht ziehen.
Schneller Erfolg: Beginnen Sie in den nächsten 24 Stunden, indem Sie Ihre Top-Lieferanten identifizieren und die bestehenden Verträge mit ihnen auf offensichtliche Compliance-Lücken überprüfen. Diese sofortige Maßnahme kann das Risiko in Ihrer unmittelbaren Betriebsumgebung erheblich reduzieren.
Häufig gestellte Fragen
F1: Wie oft sollten wir Lieferantenvereinbarungen überprüfen, um fortlaufende Compliance sicherzustellen?
A1: Laut BaFin-Leitlinien sollten Lieferantenvereinbarungen mindestens jährlich oder bei signifikanten Änderungen in der Lieferantenoperation oder im rechtlichen Umfeld überprüft werden. Diese regelmäßige Überprüfung stellt fortlaufende Compliance sicher und ermöglicht rechtzeitige Anpassungen, um Risiken zu mildern.
F2: Welche spezifischen Compliance-Klauseln sind in Lieferantenvereinbarungen unter DORA unerlässlich?
A2: Unerlässliche Klauseln umfassen jene, die sich auf Datenschutz (entsprechend der GDPR), Prüfungsrechte, Kündigungsklauseln und die Verpflichtung, alle anwendbaren Gesetze und Vorschriften, einschließlich etwaiger Änderungen, einzuhalten. Artikel 6(1) von DORA betont die Notwendigkeit robuster Risikomanagementpraktiken, die in diesen Klauseln widergespiegelt werden sollten.
F3: Wie behandeln wir Nichtkonformität von einem Lieferanten?
A3: Im Falle von Nichtkonformität sollte unverzüglich eingreift werden. Dies kann ein formales Warnen, die Auferlegung von Sanktionen gemäß des Vertrags oder sogar die Kündigung des Vertrags bei schwerwiegender Verletzung beinhalten. Es ist entscheidend, einen klaren Escalations- und Durchsetzungsprozess in Ihrem Risikomanagementrahmen für Dritte festzulegen.
F4: Was sind die Auswirkungen der GDPR auf das Lieferantenvertragsmanagement?
A4: Die GDPR beeinflusst erheblich, wie personenbezogene Daten verwaltet werden, erfordert ausdrückliche Zustimmung, das Recht auf Vergessenwerden und strenge Datenschutz-Benachrichtigungsprotokolle. Lieferantenvereinbarungen müssen klar regeln, wie personenbezogene Daten verarbeitet, gespeichert und geschützt werden, mit Sanktionen für Nichtkonformität.
F5: Wie können wir die SLAs mit mehreren Lieferanten effektiv überwachen und verwalten?
A5: Implementieren Sie ein zentrales Überwachungssystem, das die Leistung gegen vereinbarte Metriken verfolgt. Regelmäßige geplante Überprüfungen und Audits können helfen, die Einhaltung von SLAs sicherzustellen. Die Automatisierung dieses Prozesses durch eine Compliance-Automationsplattform kann die Überwachung und Verwaltung erheblich streamlinen.
Hauptpunkte
- Regelmäßige Vertragsüberprüfungen: Überprüfen Sie Lieferantenvereinbarungen jährlich, um Compliance mit sich ändernden Vorschriften, wie denen in DORA und GDPR, aufrechtzuerhalten.
- Robuste Compliance-Klauseln: Stellen Sie sicher, dass Verträge umfassende Compliance-Klauseln enthalten, die Datenschutz, Prüfungsrechte und die Verpflichtung zur Einhaltung aller anwendbaren Gesetze adressieren.
- Nichtkonformitätsverfahren: Entwickeln Sie klare Verfahren zur Behandlung von Nichtkonformität, einschließlich Sanktionen und möglicher Vertragskündigung.
- GDPR-Überlegungen: Die Verwaltung personenbezogener Daten muss strikt den GDPR folgen, was die Verarbeitung von Daten innerhalb von Lieferantenvereinbarungen betrifft.
- Zentralisiertes SLA-Management: Verwenden Sie ein zentralisiertes System zur Überwachung und Verwaltung von SLAs, um sicherzustellen, dass die Leistung der Lieferanten konsistent verfolgt und verwaltet wird.
Klare nächste Maßnahme: Beginnen Sie mit der Implementierung eines strukturierten Ansatzes zum Verwalten von Lieferantenverträgen, wie in diesem Artikel dargelegt. Erwägen Sie die Nutzung der Compliance-Automationsplattform von Matproof, um die Compliance-Verwaltung zu streamlinen und sicherzustellen, dass Ihre Finanzinstitution den EU-Vorschriften entspricht.
Für eine kostenlose Bewertung Ihrer aktuellen Compliance-Position und der Unterstützung von Matproof besuchen Sie https://matproof.com/contact.