Für wen gilt die DORA-Verordnung? Der vollständige Überblick
Introduction
Die Digital Operational Resilience Act (DORA) ist ein europäisches Gesetz, das die finanzielle Bedeutung und die strategische Rolle von Digitalinfrastruktur für die Finanzsektoren unterstreicht. Die Verordnung legt klare Anforderungen an Finanzunternehmen gemäß Artikel 2 Absatz 1 fest, die einen kritische Bedeutung haben, da sie die grundlegende Verantwortung und die Pflicht zur Identifizierung, Begrenzung und Management von Risiken in Bezug auf Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) umfasst. Viele Organisationen haben jedoch die falsche Vorstellung, dass die Umsetzung von DORA als einfache Checklistenprüfung angesehen werden kann. Diese Denkweise kann nicht nur zu Fehlinterpretationen führen, sondern auch zu schwerwiegenden Konsequenzen wie Bußgeldern, Auditfehlslagen, Betriebsstörungen und Schädigung des Unternehmensansehens.
Die Bedeutung dieser Verordnung für europäische Finanzdienstleister ist unmittelbar, da sie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die ICT-Infrastruktur und -risiken, die für die Stabilität und den Betrieb von Finanzmärkten und -diensten entscheidend sind, definiert. In einer Branche, in der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten und Systemen von entscheidender Bedeutung sind, hängen Milliardenbeträge und die Glaubwürdigkeit von Unternehmen von der Einhaltung dieser Vorschriften ab. Deshalb bietet das Lesen dieses Beitrags einen wertvollen Einblick in die Anwendungsbereiche von DORA und die Auswirkungen, die eine fehlerhafte Umsetzung haben kann.
The Core Problem
Die DORA-Verordnung hat weitreichende Auswirkungen auf die Compliance-Strategien von Finanzunternehmen. Jenseits der Oberflächenbeschreibungen beschäftigt sich Artikel 6 Absatz 1 der Verordnung mit der Notwendigkeit, ein umfassendes Risikomanagement für ICT einzurichten. Dies bedeutet, dass Unternehmen nicht nur die technischen Aspekte der Informationssicherheit überprüfen, sondern auch die organisatorischen und strategischen Komponenten prüfen und optimieren müssen. Die tatsächlichen Kosten einer unzureichenden Umsetzung sind hoch. Unternehmen, die die Vorgaben nicht einhalten, können Bußgelder von bis zu 10 Millionen EUR (Artikel 40 Absatz 5) oder bis zu 2 % ihres jährlichen Gesamtumsatzes (Artikel 40 Absatz 6) bezahlen. Darüber hinaus können Audits fehlschlagen, was zu einem Vertrauensverlust und potenziell zu einem Verlust an Kunden und Geschäftschancen führen kann.
Die meisten Organisationen denken jedoch, sie könnten die Anforderungen von DORA mit einem minimalistischen Ansatz erfüllen. Solche Unternehmen ignorieren die Notwendigkeit, umfangreicheaudits durchzuführen, um sicherzustellen, dass ihre IT-Systeme und -Prozesse den Vorschriften entsprechen. Diese Fehleinschätzung kann zu einer nicht ausreichenden Risikobewertung führen und sich negativ auf die Compliance- und Geschäftsprozesse auswirken. Konkret bedeutet dies, dass Unternehmen möglicherweise nicht über die nötige Transparenz und Kontrolle verfügen, um Bedrohungen und Störungen rechtzeitig zu identifizieren und zu beheben.
Why This Is Urgent Now
Die Notwendigkeit, die DORA-Vorschriften ernst zu nehmen, hat sich in den letzten Jahren noch verschärft. Die zunehmende der Finanzdienstleistungen und die damit verbundene Zunahme von Cyberangriffen haben die Bedeutung eines robusten ICT-Risikomangement noch stärker betont. Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Bankenwesen und die Verteilung von Wertpapieren (EBA) hat in jüngster Zeit verstärkt auf die Bedeutung der Operational Resilience hingewiesen, was die Dringlichkeit einer korrekten Umsetzung von DORA unterstreicht.
Darüber hinaus hat der Markt Druck auf Unternehmen ausgeübt. Kunden verlangen zunehmend nach Compliance-Zertifizierungen, um zu gewährleisten, dass ihre Daten und Investments sicher sind. Unternehmen, die nicht den Anforderungen von DORA gerecht werden, geraten in einen wettbewerbsbedingten Nachteil gegenüber ihren Konkurrenten, da sie nicht den gleichen Grad an Vertrauen und Sicherheit bieten können. Die Kluft zwischen der Position, in der die meisten Organisationen sind, und der Position, in der sie sein sollten, ist beträchtlich. Ein nicht konformes Finanzunternehmen kann nicht nur Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner gesetzlichen Pflichten haben, sondern auch im Wettbewerb mit Unternehmen, die ihre technischen und organisatorischen Verfahren nachweislich an die neuesten Vorgaben angepasst haben, zurückliegen.
Das Lösungsframework
Die Umsetzung der DORA-Verordnung erfordert ein schrittweises Vorgehen, das auf klaren Aktionsempfehlungen und detaillierten Implementierungsdetails basiert. Zunächst sollte Ihre Organisation ein Compliance-Programm entwickeln, das speziell auf die Anforderungen der DORA ausgerichtet ist. Dies beginnt mit einer genauen Analyse der Artikel des Gesetzes und der daraus resultierenden Anforderungen an die ICT-Risikobewertung und -Verwaltung.
Artikel 6(1) der DORA verlangt, dass Finanzunternehmen einen ICT-Risikomanagementrahmen aufrechterhalten müssen. Ein guter Rahmen beinhaltet die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikominderung und die kontinuierliche Überwachung der Umsetzung. Um dies zu erreichen, sollten Sie Folgendes berücksichtigen:
Risikoidentifizierung und -bewertung: Detaillierte Analyse der potenziellen ICT-Risiken, einschließlich der Auswirkungen auf die Geschäftskontinuität, Datenschutz und Kundenkommunikation.
Risikobewältigungsmaßnahmen: Entwicklung eines umfassenden Plans zur Risikominderung, der sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst und auf den spezifischen Bedürfnissen Ihrer Organisation abgestimmt ist.
Überwachung und Berichterstattung: Ein System zur kontinuierlichen Überwachung der Umsetzung der Compliance-Maßnahmen und ein klares Berichtswesen, das sicherstellt, dass alle relevanten Akteure über den aktuellen Stand informiert sind.
Mitarbeiterbeteiligung und Schulung: Schulungsprogramme zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für die Bedeutung von Compliance und die spezifischen Anforderungen der DORA.
Ein Compliance-Programm, das diese Aspekte beinhaltet, wird in der Regel als "gut" angesehen, im Gegensatz zu Programmen, die lediglich die minimalen Anforderungen erfüllen, um "nur" durch die Audits zu kommen.
Häufige Fehler, die zu vermeiden sind
Organisationen neigen dazu, bei der Umsetzung der DORA-Verordnung einige häufige Fehler zu begehen. Die drei Hauptfehler sind:
Unzureichende Risikobewertung: Viele Organisationen führen eine oberflächliche Risikobewertung durch, ohne tiefer in die potenziellen Auswirkungen einzugehen. Dies führt dazu, dass wichtige Risiken übersehen oder unterschätzt werden. Stattdessen sollten Sie eine umfassende Risikobewertung durchführen, die alle Aspekte Ihrer ICT-Infrastruktur abdeckt.
Fehlende dokumentierte Compliance-Maßnahmen: Ohne eine detaillierte Dokumentation Ihrer Compliance-Maßnahmen können Sie es schwer haben, die Erfüllung der Anforderungen der DORA nachzuweisen. Sie sollten ein System einrichten, das die Entwicklung, Umsetzung und Überwachung Ihrer Compliance-Maßnahmen dokumentiert.
Unzureichende Mitarbeiterbeteiligung: Wenn Ihre Mitarbeiter nicht für die Bedeutung von Compliance sensibilisiert sind, kann dies zu einer Unterbrechung der Compliance-Maßnahmen führen. Schulungsprogramme zur Compliance und zur Bedeutung der DORA für Ihre Organisation sind entscheidend, um diesen Fehler zu vermeiden.
Werkzeuge und Ansätze
Die Umsetzung der Compliance-Verordnungen wie die DORA kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, und die beste Methode hängt von den spezifischen Anforderungen Ihrer Organisation ab.
Manuelle Vorgehensweise: Diese Methode ist einfach und erfordert keine hohen Investitionen in Technologie. Allerdings kann sie zeitaufwändig und fehleranfällig sein. Sie eignet sich am besten für kleinere Organisationen oder für Organisationen, die noch nicht über genügend Ressourcen verfügen, um eine Technologielösung zu implementieren.
Tabellenkalkulations-/GRC-Vorgehensweise: Diese Methode ist besser für die Organisation und den Zugriff auf Daten, kann aber die Integration in Ihre bestehenden IT-Systeme erschweren und die Automatisierung von Prozessen einschränken. Sie ist eine bessere Wahl für Organisationen, die bereits über eine gewisse Infrastruktur verfügen und ihre Compliance-Aktivitäten koordinieren möchten.
Automatisierte Compliance-Plattformen: Ein automatisiertes Compliance-Management-System wie Matproof kann die Compliance-Aktivitäten erheblich erleichtern und die Automatisierung von Prozessen ermöglichen. Es ist wichtig, bei der Auswahl einer Compliance-Plattform zu beachten:
- Die Plattform sollte in der Lage sein, alle relevanten Compliance-Standards zu unterstützen, einschließlich der DORA, SOC 2, ISO 27001, GDPR und NIS2.
- Sie sollte AI-getriebene Richtlinienerstellung in Deutsch und Englisch anbieten, um den Anforderungen einer international agierenden Organisation gerecht zu werden.
- Automatische Beweismittelsammlung von Cloudanbietern ist ein weiterer wichtiger Aspekt, um die Beweislast zu reduzieren.
- Die Plattform sollte einen Endpunkt-Compliance-Agenten für Geräteüberwachung bieten, um die Compliance auf lokalen Ebenen sicherzustellen.
- Eine 100%ige EU-Datenresidenz ist unerlässlich, um die datenschutzrechtlichen Anforderungen der EU zu erfüllen. Matproof bietet alle diese Funktionen und ist speziell für europäische Finanzdienstleister entwickelt.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Automatisierung nicht immer die Lösung ist. Sie ist besonders hilfreich bei der Reduzierung der manuellen Tätigkeiten, die mit der Compliance-Überwachung verbunden sind, und kann dazu beitragen, die Effizienz und die Genauigkeit Ihrer Compliance-Aktivitäten zu erhöhen. Dennoch sollten Sie auch die manuellen Aspekte der Compliance nicht unterschätzen, insbesondere in Bereichen, in denen eine individuelle Beurteilung erforderlich ist.
Getting Started: Ihre nächsten Schritte im Detail
Als Compliance-Profi, CISO oder IT-Führungspersönlichkeit wissen Sie, dass der Einstieg in die Umsetzung der DORA-Verordnung eine gründliche Planung erfordert. Hier sind fünf Schritte, denen Sie in dieser Woche folgen können:
Compliance-Risikoanalyse: Beginnen Sie mit einer umfassenden Risikoanalyse, um die potenziellen Auswirkungen der DORA-Verordnung auf Ihre Organisation zu identifizieren. Berücksichtigen Sie dabei die Artikel 6, 8 und 11 der Verordnung, die wichtige Anforderungen an den ICT-Risikomanagement-Framework und Datenschutz definieren.
Grunddokumentation: Erstellen Sie eine Liste der bestehenden Compliance-Frameworks, Richtlinien und Verfahren, die sich auf die DORA beziehen. Dies kann Ihnen helfen, den aktuellen Compliance-Status zu überprüfen und wichtige Änderungen zu identifizieren.
Ausbildung und Sensibilisierung: Schaffen Sie eine umfassende Schulung und Sensibilisierung für alle relevanten Mitarbeiter, insbesondere für die Compliance- und IT-Teams. Die EU-Veröffentlichung "Digital Operational Resilience for the Financial Sector" bietet eine fundierte Grundlage für solche Schulungen.
Externe Hilfe einschalten: Wenn Sie unklar sind, ob Sie die Anforderungen der DORA alleine bewältigen können oder ob Sie externe Expertise benötigen, sollten Sie jetzt eine Entscheidung treffen. Dies kann je nach Umfang und Komplexität Ihrer Organisation variieren.
Ein schneller Erfolg: Innerhalb der nächsten 24 Stunden können Sie eine Initialbewertung Ihres Datenschutzes vornehmen und festlegen, welche Anpassungen notwendig sind, um den Anforderungen der Artikel 24 der DORA zu entsprechen.
Für eine detaillierte Vorgehensweise und zusätzliche Ressourcen empfehlen wir Ihnen die offiziellen EU- und BaFin-Publikationen, insbesondere die "Explanatory Report on the DORA" und die BaFin-Leitlinien zur Informationssicherheit.
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Frage 1: Welche Unternehmen unterliegen der DORA?
Die DORA gilt für alle Finanzunternehmen und -diensteanbieter, die in der EU tätig sind. Artikel 2 der Verordnung listet die betroffenen Sektoren wie Banken, Versicherungen, Kapitalverwaltungsgesellschaften undzahlreiche andere auf, die Finanzdienstleistungen erbringen. Das Umfeld ist breit gefasst, und auch börsennotierte Unternehmen, die erbringen, fallen unter den Geltungsbereich der Verordnung.
Frage 2: Muss ich alle Anforderungen der DORA gleichzeitig umsetzen?
Nein, die DORA enthält phasenweise Umsetzungsfristen. Artikel 92 der Verordnung legt detaillierte Fristen für die Umsetzung der Anforderungen fest. Dies ermöglicht eine geregelte und planbare Umsetzung, wobei die Anforderungen an die ICT-Sicherheit und Datenschutz in den kommenden Jahren in Stufen implementiert werden müssen.
Frage 3: Wie kann ich sicherstellen, dass meine Organisation die Anforderungen der DORA einhält?
Ein zentraler Aspekt ist die kontinuierliche Überwachung und Bewertung der Compliance. Artikel 6 der DORA fordert ein ICT-Risikomanagement-Framework, das regelmäßig überprüft und aktualisiert werden muss. Zusätzlich sollten Sie interne und externe Audits durchführen, um die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.
Frage 4: Brauche ich spezielle Software, um der DORA zu entsprechen?
Ja, many Organisationen benötigen spezielle Software, um die DORA-anforderungen zu erfüllen. Diese kann es ermöglichen, ICT-Risiken besser zu identifizieren, zu bewerten und zu managen und gleichzeitig Compliance-Daten aufzubereiten und zu speichern.
Frage 5: Kann die Nichtbefolgung der DORA-Verordnung zu Sanktionen führen?
Ja, Artikel 84 der DORA nennt eine Reihe von Sanktionen, die von nationalen Aufsichtsbehörden verhängt werden können, wenn eine Organisation gegen die Vorschriften verstößt. Die Sanktionen können Geldbußen, Auflagen oder auch vorübergehende Betriebsbeschränkungen beinhalten.
Schlüsselerkenntnisse
In diesem Beitrag haben wir einen vollständigen Überblick über den Geltungsbereich der DORA-Verordnung gegeben und ihre Bedeutung für Finanzunternehmen und -diensteanbieter in der EU dargelegt. Hier sind die Hauptpunkte:
- Die DORA gilt für alle Finanzunternehmen und -dienstleister in der EU, einschließlich Banken, Versicherungen und Kapitalverwaltungsgesellschaften.
- Es ist entscheidend, den Geltungsbereich der Verordnung zu verstehen und die Anforderungen rechtzeitig umzusetzen.
- Eine sorgfältige Compliance-Risikoanalyse, Schulung und geregelte Überprüfungen sind entscheidend, um der DORA zu entsprechen.
- Die Nichtbefolgung kann zu strengen Sanktionen durch nationale Aufsichtsbehörden führen.
Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung der DORA-Verordnung benötigen, kann Matproof Ihnen helfen. Matproof ist eine Compliance-Automatisierungsplattform, die speziell für europäische Finanzdienstleister entwickelt wurde und die Umsetzung der DORA vereinfacht. Besuchen Sie unsere Website, um mehr über unsere Dienstleistungen zu erfahren und wie wir Ihnen helfen können. Sie können auch eine kostenlose Beurteilung anfordern, indem Sie auf den folgenden Link klicken: Matproof Kontakt.