Vergleiche2026-02-098 min Lesezeit

Matproof vs Strike Graph: Europaeischer Fokus vs US-KMU-Loesung

Matproof vs Strike Graph: Europaeischer Fokus vs US-KMU-Loesung

Einleitung

Strike Graph ist eine US-amerikanische Compliance-Plattform, die sich an kleine und mittelstaendische Unternehmen richtet. Die Plattform verfolgt einen flexiblen Ansatz: Statt starre Framework-Templates vorzugeben, erlaubt Strike Graph die individuelle Zusammenstellung von Kontrollen und deren Zuordnung zu verschiedenen Frameworks. Das Unternehmen aus Seattle hat sich einen Namen als kostenguenstige Alternative zu groesseren Plattformen wie Vanta oder Drata gemacht und bedient primaer den US-Markt.

Fuer europaeische Unternehmen -- insbesondere im Finanzsektor -- stellt sich die Frage: Kann eine flexible US-KMU-Loesung die spezifischen Anforderungen der europaeischen Regulierung abdecken? Oder braucht es eine Plattform, die von Grund auf fuer den EU-Markt entwickelt wurde?

Matproof beantwortet diese Frage mit einem klaren Fokus auf den europaeischen Finanzsektor: native DORA-Abdeckung, vollstaendige NIS2-Unterstuetzung, BaFin-Mappings und Datenverarbeitung ausschliesslich in deutschen Rechenzentren. Dieser Vergleich zeigt die konkreten Unterschiede auf und hilft bei der Plattformauswahl.

Vergleich auf einen Blick

Kriterium Matproof Strike Graph
Hauptsitz Deutschland (EU) USA (Seattle)
Zielgruppe EU-Finanzdienstleister US-KMU (branchenuebergreifend)
Datenresidenz 100 % EU (deutsche Rechenzentren) US-Cloud-Infrastruktur
DORA-Support Nativ, vollstaendig Nicht vorhanden
NIS2-Support Vollstaendig Nicht vorhanden
ISO 27001 Vollstaendig Unterstuetzt
SOC 2 Vollstaendig Kernkompetenz
DSGVO Nativ integriert Begrenzt
BaFin-Mappings Ja (BAIT, VAIT, KAIT, ZAIT) Nein
Kontroll-Ansatz Vorkonfigurierte EU-Frameworks + Flexibilitaet Flexibler Kontroll-Baukasten
Sprache Deutsch und Englisch Nur Englisch
Preissegment Mittelstand KMU-freundlich

Framework-Abdeckung

Strike Graph: Flexibilitaet als Prinzip

Strike Graphs Staerke liegt in der Flexibilitaet. Die Plattform erlaubt es Unternehmen, eigene Kontrollen zu definieren und diese mehreren Frameworks zuzuordnen. Dieser Ansatz hat Vorteile: Unternehmen koennen ihre bestehende Kontrollstruktur abbilden, statt sich an starre Templates anzupassen. Strike Graph unterstuetzt SOC 2, ISO 27001, HIPAA, PCI DSS und weitere US-fokussierte Frameworks.

Dieser flexible Ansatz birgt jedoch ein Risiko fuer regulierte Unternehmen: Die Verantwortung fuer die korrekte Zuordnung von Kontrollen zu Framework-Anforderungen liegt beim Anwender. Bei SOC 2 mit klar definierten Trust Service Criteria ist dies handhabbar. Bei komplexeren europaeischen Regulierungen wie DORA wird es problematisch.

DORA: Komplexitaet erfordert Spezialisierung

DORA ist keine einfache Checkliste, sondern ein umfassendes Regulierungswerk mit 64 Artikeln, ergaenzt um detaillierte technische Regulierungsstandards (RTS) und Durchfuehrungsstandards (ITS) der europaeischen Aufsichtsbehoerden. Die Anforderungen erstrecken sich ueber:

  • ICT-Risikomanagement (Artikel 6-16): Ein vollstaendiges ICT-Risikomanagement-Framework mit definierten Rollen, Prozessen und Berichtswegen. Die RTS der EBA spezifizieren die Mindestanforderungen an Richtlinien, Verfahren und Kontrollmechanismen.

  • ICT-Incident-Management (Artikel 17-23): Klassifizierung, Meldung und Behandlung von ICT-Vorfaellen. Die Meldepflichten sind streng: schwerwiegende Vorfaelle muessen den zustaendigen Behoerden innerhalb definierter Fristen gemeldet werden.

  • Resilienz-Tests (Artikel 24-27): Regelmaessige Tests, einschliesslich Threat-Led Penetration Testing fuer systemrelevante Institute.

  • Drittanbieter-Risikomanagement (Artikel 28-44): Ein detailliertes Register aller ICT-Drittanbieter, vertragliche Anforderungen, Konzentrationsrisiko-Bewertung und Ausstiegsstrategien.

  • Informationsaustausch (Artikel 45): Freiwilliger Austausch von Cyber-Bedrohungsinformationen zwischen Finanzunternehmen.

Strike Graph bietet fuer keinen dieser Bereiche vorkonfigurierte Kontrollen. Ein Unternehmen muesste alle DORA-Anforderungen manuell als benutzerdefinierte Kontrollen anlegen -- ein Prozess, der fundierte regulatorische Expertise und erheblichen Zeitaufwand erfordert. Das Risiko, Anforderungen falsch zu interpretieren oder Luecken zu uebersehen, ist dabei hoch.

Matproof bietet die gesamte DORA-Verordnung als vorkonfiguriertes Framework mit klaren Zuordnungen zu den RTS/ITS. Jeder Artikel ist als Anforderung hinterlegt, mit definierten Kontrollen und Nachweistypen. Das Cross-Framework-Mapping stellt die Verknuepfung mit ISO 27001, SOC 2, NIS2 und DSGVO her.

NIS2 und nationale Anforderungen: Aehnlich wie bei DORA fehlt Strike Graph die Unterstuetzung fuer NIS2 und die BaFin-Anforderungen (BAIT, VAIT, KAIT, ZAIT). Fuer Unternehmen, die der deutschen Finanzaufsicht unterliegen, bedeutet dies einen blinden Fleck in der Compliance-Abdeckung.

EU-Compliance und Datenresidenz

Strike Graph ist ein US-Unternehmen mit US-Cloud-Infrastruktur. Die Plattform wurde fuer den US-Markt entwickelt, wo die Frage der Datenresidenz eine nachrangige Rolle spielt. Es gibt keine oeffentlich dokumentierte Option fuer eine ausschliessliche Datenverarbeitung in der EU.

Fuer europaeische Finanzunternehmen hat dies weitreichende Konsequenzen:

Aufsichtsrechtliche Perspektive: Wenn eine Compliance-Plattform Daten ueber die Sicherheitslage, Schwachstellen und Risikobewertungen eines Finanzinstituts verarbeitet, handelt es sich um hochsensible Informationen. Die BaFin erwartet gemaess den BAIT, dass Finanzinstitute die Kontrolle ueber solche Daten behalten. Die Speicherung auf US-Servern kann bei einer BaFin-Pruefung zu Nachfragen fuehren, insbesondere im Kontext der Auslagerungsanzeigepflichten.

DSGVO-Konformitaet: Die Uebermittlung personenbezogener Daten in die USA erfordert die Einhaltung der Artikel 44-49 DSGVO. Aktuell stuetzt sich der Datentransfer auf das EU-US Data Privacy Framework. Dieses Abkommen hat jedoch eine unsichere Zukunft: Sein Vorgaenger (Privacy Shield) wurde vom Europaeischen Gerichtshof in der Schrems-II-Entscheidung fuer unwirksam erklaert. Eine erneute Aufhebung wuerde Finanzunternehmen, die auf US-Plattformen setzen, in eine prekraere Lage versetzen.

DORA Artikel 28-30: Die Verordnung verpflichtet Finanzunternehmen, ICT-Drittanbieter in einem Register zu fuehren und die damit verbundenen Risiken zu bewerten. Eine US-basierte Compliance-Plattform erhaelt in dieser Bewertung ein hoeheres Risikoprofil als ein EU-Anbieter -- ein Widerspruch fuer ein Tool, das bei der Risikominimierung helfen soll.

BSI-Empfehlungen: Das Bundesamt fuer Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt in seinen Leitlinien fuer den Finanzsektor, kritische IT-Dienstleistungen vorzugsweise bei Anbietern mit EU-Sitz und EU-Datenverarbeitung zu beziehen. Das BSI-Grundschutz-Kompendium definiert spezifische Anforderungen an die Standortwahl fuer IT-Systeme, die sicherheitsrelevante Daten verarbeiten.

Matproof erfuellt all diese Anforderungen: deutsche Rechenzentren, keine Drittland-Transfers, volle Pruefbarkeit durch EU-Aufsichtsbehoerden, Konformitaet mit BSI-Grundschutz-Standards. Die Nutzung von Matproof erfordert keine Datenschutz-Folgenabschaetzung fuer Drittland-Transfers und keinen Eintrag als Drittland-Dienstleister im DORA-Drittanbieter-Register.

Preisgestaltung und Mehrwert

Strike Graph positioniert sich als kostenguenstige Compliance-Plattform fuer KMU. Die Preise sind niedriger als bei Enterprise-Plattformen wie Vanta oder OneTrust und beginnen erfahrungsgemaess bei 10.000 bis 30.000 USD pro Jahr fuer SOC 2 oder ISO 27001. Fuer US-amerikanische KMU, die ein einzelnes Framework abdecken muessen, ist dies ein attraktives Angebot.

Fuer europaeische Finanzunternehmen ist die Preisbetrachtung komplexer. Die reinen Plattformkosten von Strike Graph sind zunaechst niedrig, doch die fehlende EU-Framework-Abdeckung verursacht erhebliche Folgekosten:

Verdeckte Zusatzkosten bei Strike Graph:

  • Manuelle Erstellung von DORA-Kontrollen: 20.000-40.000 EUR (externe Beratung)
  • NIS2-Mapping durch Berater: 10.000-20.000 EUR
  • BaFin-Anforderungen manuell abbilden: 10.000-25.000 EUR
  • Datenschutz-Folgenabschaetzung fuer US-Datentransfer: 5.000-10.000 EUR
  • Jaehrliche Ueberpruefung der Angemessenheit: 3.000-5.000 EUR/Jahr
  • Risiko regulatorischer Beanstandungen: unkalkulierbar

Gesamtkosten im ersten Jahr: 58.000-130.000 EUR (Strike Graph + Beratung) vs. deutlich weniger mit Matproof (alle Frameworks inklusive).

Matproof bietet alle EU-Frameworks nativ, ohne Zusatzkosten fuer einzelne Module. Die Implementierung dauert 2 bis 4 Wochen statt mehrerer Monate fuer die manuelle Framework-Erstellung. Fuer ein mittelstaendisches Finanzunternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern ergibt sich typischerweise eine Kostenersparnis von 40 bis 60 % gegenueber dem Ansatz "guenstiges US-Tool + externe Beratung fuer EU-Frameworks".

Fuer wen eignet sich welche Loesung?

Matproof ist die richtige Wahl, wenn Sie:

  • Ein europaeisches Finanzunternehmen sind, das DORA und NIS2 einhalten muss
  • Vorkonfigurierte EU-Frameworks statt manueller Kontroll-Erstellung bevorzugen
  • EU-Datenresidenz als regulatorische Anforderung haben
  • Der BaFin oder einer vergleichbaren Aufsichtsbehoerde unterliegen
  • Mehrere Frameworks effizient ueber Cross-Framework-Mapping verwalten moechten
  • Compliance-Dokumentation in deutscher Sprache benoetigen
  • Das Risiko regulatorischer Beanstandungen minimieren moechten

Strike Graph kann geeignet sein, wenn Sie:

  • Ein US-amerikanisches KMU sind, das SOC 2 oder ISO 27001 benoetigt
  • Maximale Flexibilitaet bei der Kontroll-Definition wuenschen
  • Keine EU-Finanzregulierung einhalten muessen
  • Ein begrenztes Budget haben und ein einzelnes Framework abdecken
  • Keine EU-Datenresidenz-Anforderungen haben
  • Bereit sind, EU-Frameworks manuell zu konfigurieren

Fazit

Strike Graph hat sich als kostenguenstige Compliance-Plattform fuer US-amerikanische KMU positioniert. Der flexible Kontroll-Ansatz bietet Vorteile fuer Unternehmen, die ihre eigene Kontrollstruktur abbilden moechten. Fuer den US-Markt und einfache Framework-Abdeckung ist dies eine sinnvolle Loesung.

Fuer europaeische Finanzunternehmen fehlen Strike Graph die entscheidenden Bausteine: DORA-Support, NIS2-Abdeckung, BaFin-Mappings und EU-Datenresidenz. Die vermeintliche Kostenersparnis durch einen niedrigen Einstiegspreis wird durch die Folgekosten fuer manuelle Framework-Erstellung und externe Beratung mehr als aufgezehrt.

Matproof bietet die gegenlaieufige Strategie: hoeherer Funktionsumfang ab dem ersten Tag, spezialisiert auf den EU-Finanzsektor, mit allen relevanten Frameworks vorkonfiguriert und vollstaendiger Datenverarbeitung in Deutschland. Fuer regulierte europaeische Finanzunternehmen ist dies der wirtschaftlichere und sicherere Ansatz.

Haeufig gestellte Fragen

Kann Strike Graph fuer europaeische Unternehmen genutzt werden?

Technisch ja, aber mit erheblichen Einschraenkungen. Strike Graph bietet keine EU-spezifischen Frameworks (DORA, NIS2), keine BaFin-Mappings und keine garantierte EU-Datenresidenz. Europaeische Unternehmen muessten alle regulatorischen Anforderungen manuell konfigurieren und die Datenresidenz-Frage separat klaeren. Fuer nicht-regulierte europaeische Unternehmen, die nur SOC 2 benoetigen, kann dies akzeptabel sein. Fuer regulierte Finanzunternehmen nicht.

Warum ist der flexible Kontroll-Ansatz von Strike Graph fuer DORA nicht ausreichend?

DORA umfasst 64 Artikel mit detaillierten technischen Regulierungsstandards. Die korrekte Abbildung erfordert tiefgreifende Kenntnis der Verordnung, der RTS/ITS und der Aufsichtspraxis. Ein flexibler Baukasten ueberlaesst dem Anwender die vollstaendige Verantwortung fuer die korrekte Zuordnung -- ein erhebliches Risiko, wenn bei einer BaFin-Pruefung Luecken festgestellt werden. Vorkonfigurierte Frameworks wie in Matproof wurden von Regulierungsexperten erstellt und regelmaessig aktualisiert.

Gibt es eine Moeglichkeit, Strike-Graph-Daten in der EU zu speichern?

Strike Graph bietet keine dokumentierte Option fuer eine ausschliessliche EU-Datenverarbeitung. Die Infrastruktur basiert auf US-Cloud-Diensten. Selbst wenn einzelne Datentypen in EU-Regionen gespeichert werden koennten, besteht das Problem des US-Zugriffs durch den CLOUD Act, der US-Behoerden unter bestimmten Umstaenden den Zugang zu Daten auf US-Cloud-Plattformen ermoeglicht -- unabhaengig vom Speicherort.

Wie schnell kann Matproof DORA-Konformitaet herstellen?

Die Implementierung von Matproof dauert typischerweise 2 bis 4 Wochen. Da alle DORA-Anforderungen vorkonfiguriert sind, beginnt die eigentliche Compliance-Arbeit -- Risikobewertung, Kontrollenimplementierung, Nachweissammlung -- sofort. Im Vergleich dazu wuerden die manuelle Framework-Erstellung in Strike Graph und die anschliessende Validierung durch Berater mehrere Monate in Anspruch nehmen.

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